Zum Jahresende…

schnitzkunst

…werden seltsame Dinge aus den Kellern ans Licht gezerrt und der Allgemeinheit oder zumindest der Familie dargeboten. Nicht jedem ist zum Beispiel das Glück vergönnt, sich im Besitz eines handgeschnitzten Karl-Stülpner-Altars zu befinden!

Aus dem Getränkemarkt

nitzsche

Vom allgemeinen Irrsinn angesteckt, besuchte Getränkehändler Adolf Nitzsche in Machern (man muß nur machern) am gestrigen Tage das nahegelegene Fashion Outlet Pachnicke/Rhön Außenstelle Tresenwald, um sich für die tollen Tage ein neues Outfit zuzulegen, mit dem er Kunden und Mitarbeitern nicht nur Anerkennung abnötigen, sondern auch Angst und Schrecken einjagen kann. Wichtig bei der Auswahl des Kleidungsstückes war neben der erlesenen Qualität des Stoffes und dem als Bonus beigelegten Mützchen auch die Passform, die einerseits “schlank machen”, andererseits genügend Bewegungsfreiheit gewährleisten sollte, um auf dem Hubwagen im täglichen Wettstreit mit dem irren Staplerfahrer bestehen zu können. Gewiefter Geschäftsmann, der er ist, gelang es Nitzsche, den Verkäufer auch noch einen Quirl beilegen zu lassen, mit dem die freudvolle Züchtigung sowohl der widerspenstigen Beleg- als auch Kundschaft noch einfacher gelingen wird.

Das kleine unbeherrscht-lustige Hassgedicht

platt

Leere Flaschen, hohle Rüben.
Pulle fliegt von da nach drüben.
Reifen platt und neu zu kaufen.
Danke für das Straßensaufen!

Wegbiertrottel, Zutschenzottel,
Autosäufer, Flaschenläufer,
Fall nur einmal, wenn du kannst,
In die Scherben mit dem Wanst

Oder gleich mit deiner Fresse.

 

Sorry, dass ich mich vergesse.

Ohne Foto

In rasender Fahrt durchs Karpfenland , dem Führenden hinterher hechelnd auf dem Weg zum nächsten regionalen Hellbier, wurden aus den Augenwinkeln zwei Lustigkeiten wahrgenommen, die leider (wegen rasend und hechelnd) nicht lichtbildlich festgehalten werden konnten: Auf der rechten Straßenseite ein Schild “Ankleben verboten!” (hohohoho!), und gleich gegenüber die Firma Loesch (Branche entfallen) direkt neben dem Spritzenhaus (hohohohoho!)

Lustig ists im Karpfenland!

Die Vorfreude auf den Abstieg

schwebebahn

Karl Gong, mit Höhenangst geschlagen, wurde von den Mitwanderern in die Kabine einer Seilbahn gezwungen, denn deren Kräfte reichten nicht zum Aufstieg auf den Berg mit dem Ausflugsrestaurant, das man leerzutrinken gedachte. So stand er also in der Mitte der Kabine, nachdem er den Boden nach eventuellen Falltüren abgesucht hatte, hielt den Kopf gesenkt, die Augen geschlossen und versuchte, die Schlingerbewegungen auszugleichen, die entstanden, wenn die bestens gelaunten Mitreisenden auf eine Seite der Kabine drängten, um zum Beispiel eine Dame im Kleingarten zu betrachten. Bei einer dieser Ausgleichsbewegungen stieß er allerdings mit dem Kopf ans Fenster der Kabine, öffnete die Augen und fiel umgehend in Ohnmacht, als er tief unter sich einen weiteren Lift erblickte, der ihm für sich allein genommen schon tödlich genug projektiert schien.

Später, im Ausflugsrestaurant, führte Karl Gong, der Geisteswissenschaftler, wieder das große Wort, als wäre nichts gewesen, trank zwei Liter Helles und freute sich auf den Abstieg.

Too much information

eisen

“Immer diese Langgedichte!”
Spricht die Tante zu der Nichte.
“Reicht es nicht, drauf zu verweisen:
Dieses Fahrzeug ist aus Eisen?
Dann finis?”
Nein! Das reicht nie!
Was man hier zu schreiben hätte
Schon allein zur Steuerket

Das Hosenloch-Orakel

kaputtehose

Sieh, die Hose hat ein Loch!
Seh ich nich. Ach gugge: Doch.
Wasn nu? Ohjemine!
Heißt das für den Winter: Schnee?
Heißt es, dass es milde bleibt,
Durchschnittswert nach oben treibt
Wie auch unsern Meeresspiegel?
Heißt es, dass der liebe Igel
Winters nicht gut schlafen tut
Wegen übler Sonnenglut?
Oder Frost wie am Ural?
Eisaufwindschutzscheibenqual?
Ja und ja, das alles stimmt!
Denn egal, was man auch nimmt
Als Orakel: Alles Fakt.
Hinterher? Wars nur beknackt.
Drum befrag in Zukunftsfragen
Weder Hosenloch noch Kraken:
Für den Ausblick hat nur Kraft
Unsre hehre Wissenschaft.
Gib mir also fix die Hose,
Denn sie taugt nicht zur Prognose.
Ist doch beinah gar kein Schaden,
Mancher kauft das so im Laden.

Als ich an der Ampel steh,
Fällt aus dunklen Wolken Schnee.

Wieder neues Erdbeben im Getränkemarkt! Reagiert die Politik endlich?

altehalle

Getränkehandel A. Nitzsche: Leerguthalle

Aufgrund zahlreicher verängstigter Nachfragen von Nachbarn des Getränkehandels A. Nitzsche in Machern (man muß nur machern), ein vermutetes Erdbeben betreffend, verlautbarte das seismographische Institut (auf einem Hügel in der Nähe beheimatet), dass es sich bei den Erschütterungen mitnichten um ein Erdbeben der Richter-Familie gehandelt habe. Genaue Lokalisierungen mit Hilfe der privaten Telefone der Seismographen hätten vielmehr ergeben, dass das Vorkommnis auf das Innere der Leerguthalle des Getränkehandels einzugrenzen sei. Der Inhaber Herr A. Nitzsche wiederum erklärte dem Vernehmen nach in den sozialen Medien (Bäcker Fleischer, Klempnerfachbedarf Patzschke), dass sein Hofarbeiter einige Versäumnisse mit dem Gabelstapler aufzuarbeiten gehabt habe (Gebindetürme) und dabei wohl “etwas unwirsch” vorgegangen sei, was ihn, Herrn Nitzsche, aber nicht weiter beunruhige, denn “man muss dem Personal auch einmal die Grenzen zeigen”. Sowohl der mittlerweile entsorgte Gabelstapler als auch die ruinierte Leerguthalle seien “laut Büchern längst abgeschrieben”, und die Leute sollten sich “gefälligst um ihre eigene verkommene Sippschaft kümmern”.

Länglicher Exkurs über die Gegenwart

gegenwart

In einem früheren Beitrag wurde das Motiv des obigen Fotos schon einmal verwurstet, allerdings unter Zugabe eines Haiku, das regelgemäß nur 17 Silben umfassen darf. Mehrere Leser monierten, dass ihnen der Beitrag deshalb komplett unverständlich, blöd und japanisch vorgekommen sei. Da dem Autor heute sowieso nichts besseres einfällt, kann die Sache ja unbeholfen ausgewalzt und dargeboten werden, um die allgemeine Weisheit und den sozialen Frieden zu befördern, immer unter der Vermutung, dass das Bild tatsächlich die (philosophische) Betrachtung wert sei.

Also.

Behauptet wurde anhand des (ähnlichen) Bildwerkes, dass die Gegenwart ein schmaler grüner Streifen zwischen Vergangenheit und Zukunft sei. Die Vergangenheit wird relativ einfallslos durch eine Ruine illustriert, die Zukunft ebenso einfallslos durch eine neuzeitlichere Fassade, obwohl auch die die Zukunft darstellende Fassade natürlich in der Vergangenheit errichtet wurde, nur eben neuer aussieht. Ein Schwachpunkt der Darstellung ist die Anordnung der Vergangenheit rechts und der Zukunft infolgedessen links, was der abendländischen Gewohnheit widerspricht, Zeitachsen in die Zukunft nach rechts auslaufen zu lassen. Hier muss sich der Autor der berechtigten Frage stellen, ob er sich bereits der allgegenwärtigen Islamisierung gebeugt hat oder einfach nur zu faul war, das Bild in Photoshop zu spiegeln.

Der aufmerksame Betrachter mit gutem Gedächtnis oder der, der oben auf den Link geklickt hat, wird feststellen, dass die Gegenwart auf dem heutigen Foto um einiges breiter ausfällt. Das stimmt, und es führt zu der interessanten Frage, ob die Gegenwart auch real eventuell einmal etwas breiter ausfallen könnte, zum Beispiel durch den Einsatz bewusstseinsverändernder Drogen beim Betrachter. Diese Frage sollte natürlich freudig bejaht werden, denn eine breite, angenehme Gegenwart führt automatisch dazu, dass die unerfreuliche Vergangenheit dadurch kürzer ausfällt, genauso wie die erwartbar unerfreuliche Zukunft. Eventuell kann es gelingen, die Gegenwart gar nicht enden zu lassen, jedenfalls bis zum Versiegen der körperlichen Integrität des Trägers jener Gegenwart. Apotheker oder Ärzte geben gern Auskunft.

Praxistip: Erfolgreiche Ratgeber empfehlen, einfach in der Gegenwart zu leben. Aber Achtung: Die Sonne geht trotzdem unter.