Kategorie-Archiv: Vom Reisen

Vom Reisen

Überschätzte Orte

muenchen

Heute: München.

Einigen positiven Einschätzungen in den sozialen Medien folgend, begab ich mich nach München. Jedoch, schließlich angekommen, befiel mich keineswegs Euphorie, alles war eher trist und trostlos, und das Wetter veranlasste mich, den traurigen Ort lediglich durch die verschmierte Scheibe meines Kraftfahrzeuges zu betrachten. Kaum eingefahren, hatte ich den Ort schon passiert, und nicht einmal ein Amtszimmer war zu sehen, in dem man ein Kreuz hätte aufhängen können. Ich will den Münchnern und Münchnerinnen keineswegs zu nahe treten, aber ein bisschen überschätzt kommt mir der Laden schon vor. Enttäuscht fuhr ich weiter nach dem in der Nähe befindlichen Oschätzchen, da war zwar auch nicht viel mehr los, aber mir gefiel wenigstens der Name.

Der Polizeisprecher äußert sich

ruepelradler

Wieder einmal ist ein unschuldiger Lastkraftwagen durch einen aggressiven Rüpelradler massiv zu Schaden gekommen. Nicht zum ersten Mal in diesem Jahr. Da denkt man, vierzig Tonnen unterm Arsch und das Handy an der Backe, das läuft, nein, so ist es leider nicht immer. Gerade die schwächsten Verkehrsteilnehmer zeigen sich in letzter Zeit extrem rücksichtslos, brutal, rüpelig und aggressiv. Der Polizeisprecher äußert sein äußerstes Unverständnis über diese Situation:

“So geht das nicht weiter. Wir beobachten die Situation aktiv. Aber uns als Polizei sind auch die Hände gebunden, das heißt, wir können leider gar nichts machen. Deshalb appellieren wir ganz klar an die motorisierten Verkehrsteilnehmer, sich im eigenen Interesse eher defensiv zu verhalten. Auch wenn man mal keine Vorfahrt hat oder ganz plötzlich die Ampel auf Rot schaltet, lieber doch langsamer werden, vielleicht sogar stehenbleiben, also nicht auf dem Gas, sondern laut hupen, dumm gucken, mal die Handbremse versuchen, vielleicht sogar anhalten, wenn der andere Vorfahrt hat und es gar nicht anders geht. Mit diesen Rüpelradlern ist wirklich nicht zu spaßen, wie das erschreckende Foto eindrucksvoll belegt.”

Offen bliebe in diesem Zusammenhang, ob gegen Fußgänger und Radfahrer möglicherweise in Richtung der Bildung einer terroristischen Vereinigung ermittelt werden sollte, so der Polizeisprecher weiter.

“Wir sind in dieser Hinsicht alarmiert, schließlich gefährdet jeder abbremsende Lastkraftwagen die Volkswirtschaft und damit unser Staatsgebilde. Und wir dürfen auch die Abertausende Arbeitnehmer nicht vergessen, die in ihren Fahrzeugen aneinandergereiht jeden Tag einmal zum Mond und zurück anstehen, um ihre Arbeitskraft abzuliefern. Das macht uns schon Sorgen”, so der besorgte Polizeisprecher. Lediglich die hauseigene Lethargie verhindere ein schnelles Eingreifen der Exekutive, fügte er hinzu und begab sich zu einem Arbeitsessen mit dem Präsidium des örtlichen Automobilclubs.

Schönheit der Fortbewegung

roland

Rasend geht die Reise
durch des Waldes Schneise,
zwischen Raps und Rüben,
mal von hier nach drüben,
mal nach unten, oben!

Kelle wird gehoben!
Asche in den Bärten
johlen die Gefährten,
heben an zum Preise
dieser Rasereise.

An die Dampfzüge

schachtelhalm

Aus dem Schornstein tritt der Qualm.
Ich tret auf den Schachtelhalm.
Wild vorüber fliegt die Lok,
wenn ich nah am Bahndamm hock.
Sitz ich weiter weg im Moos,
ist der Spaß nur halb so groß.
Bin ich nirgends mehr zu sehn,
musst ich in der Schlange stehn,
denn der Kiosk ist beliebt.
(“Kuck mal, ob es Helles gibt!”)
Wenn ich dir das Glas hin streck,
ist der Zug schon lange weg.
Fröhlich sagst du: “Einerlei.”
Denn der nächste kommt halb drei.

Guter Rad von Muddi

rad-an-stein

Setz dich nicht zu Himmelfad
auf dein schnelles Sauserad!
Schon der kleinste Kieselstein*
wirft dich nieder hundsgemein.
Lässt dich schrein.
Das muss ni sein.

Nimm die sechsenzwanzscher Möhre.
Was ich sage, Junge, höre!
Quietsche auf der alten Schüttel
mit Gebläke und Gerüttel.
Tempo: kein.
So ist es fein.

*) Beispielfoto oben

Immobilien 4

haesslichkeit

Es ist immer wieder faszinierend, was der Mensch tagsüber an Hässlichkeit zu ertragen bereit ist, solange nur abends im Fernsehen Fußball läuft und das Bier kalt gestellt ist.