Kategorie-Archiv: Lipsigorod is my town

Lipsigorod is my town

Dramatik pur!

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Wenn selbst namhafte Wahlverweigerer dazu aufrufen, nun mal doch eben den beschwerlichen Weg zur Urne anzutreten, damit nicht alles noch schlimmer wird, als es bisher schon ist, dann sollte man diesem auch Folge leisten. Ausreden wie “Biergarten”, “Oktoberfest”, “Demo” oder “Sex” zählen nicht, denn das Abendland ist ECHT in Gefahr.

Das Beispielfoto zeigt zum Beweis: GOtt (Auge, dreieckig), weinend.

Na also.

Interessante Gedanken über das Immobilienwesen

haeuser

Ekelhaft: Die Spekulanten
Hier bei uns im Dorfquadranten!
Wie sie Häuser frech sich kaufen,
Damit durch die Straßen laufen,
Sie mal hier, mal dort plazieren
Und nach den Kautionen gieren!
Ihre Beutel: Voller Hütten.
Klopapier: Wahrscheinlich Bütten.
Auspuff an der Möhre: Gold.
Alle Weiber: Schmachtend hold.
Nur im Boden wohnt der Sinn!
Und das Blut fließt lässig hin.
War nie anders auf dem Sterne.
Zeit, dass ich es endlich lerne.

Heimatgedicht (volkstümlich zu vertonen)

strasse

Denn süß ists,
Wo die Heimat ist!
Und wenn auch
An die Mauern pisst,
Wer seine Wasser
Nicht kann halten:
Nur hier kann ich
Mich recht verwalten,
Denn du hältst mich
Auf festem Grund
Und nebenbei
Auch kerngesund
Durch kargen Anblick
Und Verzicht
Auf mediterranöses Licht.
Ach Heimat, deck
Auf mich die Schatten
Und wirf mich ächzend
Auf die Matten,
Schließ deine Tür
Und meine Lider.
Vielleicht sehn wir uns
Morgen wieder.

Das Freizeit-Haiku am Samstag

kino

Die Kirschen reifen
Draußen doch im Kino spuckst
du den Stein allein

Haiku-Zusatzbonus: Die in den Tagen der Leitkultur leider etwas zu kurz gekommene “Besserwisserei” gebietet es darauf hinzuweisen, dass die Kirsche keinen “Kirschkern” sondern einen “Stein” besitzt (vgl. “Steinobst”). Das beweist sich schon dadurch, dass auf den einschlägigen Dumme-Frage-Dumme-Antwort-Seiten des sog. Internet bei einer entsprechenden Abfrage mehr Steinwerbung auftaucht als Kernwerbung, zum Beispiel zu den Themen Marmorpflege, Grabmale, leckere und raffinierte Steinbeißer-Rezepte vom Sternekoch.

Der Geschichte von die Littversäule in das Kreuzverdrehtsel

Als Kind ging ich lange fehl in der Annahme, dass das, was die alten Leute einmal wöchentlich in der Zeitung auszufüllen versuchten, “Kreuzverdrehtsel” heißen würde. Und als Landkind zumal wusste ich natürlich überhaupt nichts mit einem Ding namens “Littversäule” anzufangen, sowas gab es bei uns ni.

Das war die Einleitung.

Heute bin ich schon zu alt zum Kreuzverdrehtsel-Ausfüllen und wohne in einer Metropole, die quasi gespickt ist mit Littversäulen, und das ist endlich mal eine schön passende Anwendung der Redensart “gespickt mit irgendwas”, denn wenn mannfrau sich die Metropole als riesigen Braten vorstellt, schön gespickt überall, da läuft der Oberbiergärmeisterin umgehend das Wasser im Munde zusammen, und nicht nur ihr, außer sie ist Veganerin.

Das war der Mittelteil.

Schleppte ich mich also letztens auf dem Weg vom Kramladen zurück ins Siechenbett an einer dieser Littversäulen vorbei, die meinetwegen noch viel passender Littersäulen heißen könnten, und las die Mitteilung “Die neue goldene Bild der Frau”. Das tat weh. Ich musste stehenbleiben und nochmal nachsehen, aber es wurde nicht besser. Allerdings war ich weit und breit der Einzige, der diese Mitteilung zur Kenntnis zu nehmen schien oder sich gar daran verwunderte. Und darum war es wohl wirklich gerechtfertigt, dass mich Frau Doktor gleich mal zwei Wochen krank geschrieben hatte.

Das war der Versuch einer Pointe.

Abendländische Entgegnung auf das gestrige “Haiku”

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Dass man wagt im Orient,
Lustig sich zu machen
Über den Garagentrend:
Es ist nicht zum Lachen!

Denn es soll ein Wagen stehen
Sicher in der Schachtel.
Vogelkot: Wie schnell kann’s gehen!
Wertverlust: Ein Achtel.

Noch ein Viertel: Die Vandalen,
Radler, Kinder, Alten:
Kratzer an den Außenschalen!
Ach, die Stirn in Falten!

Nieder mit den Spekulanten!
Hütten in die City!
Und dann rin mit die Trabanten!
Gegen Gentrifitti!