Kategorie-Archiv: Welt der Technik

Welt der Technik

Die Vorfreude auf den Abstieg

schwebebahn

Karl Gong, mit Höhenangst geschlagen, wurde von den Mitwanderern in die Kabine einer Seilbahn gezwungen, denn deren Kräfte reichten nicht zum Aufstieg auf den Berg mit dem Ausflugsrestaurant, das man leerzutrinken gedachte. So stand er also in der Mitte der Kabine, nachdem er den Boden nach eventuellen Falltüren abgesucht hatte, hielt den Kopf gesenkt, die Augen geschlossen und versuchte, die Schlingerbewegungen auszugleichen, die entstanden, wenn die bestens gelaunten Mitreisenden auf eine Seite der Kabine drängten, um zum Beispiel eine Dame im Kleingarten zu betrachten. Bei einer dieser Ausgleichsbewegungen stieß er allerdings mit dem Kopf ans Fenster der Kabine, öffnete die Augen und fiel umgehend in Ohnmacht, als er tief unter sich einen weiteren Lift erblickte, der ihm für sich allein genommen schon tödlich genug projektiert schien.

Später, im Ausflugsrestaurant, führte Karl Gong, der Geisteswissenschaftler, wieder das große Wort, als wäre nichts gewesen, trank zwei Liter Helles und freute sich auf den Abstieg.

Too much information

eisen

“Immer diese Langgedichte!”
Spricht die Tante zu der Nichte.
“Reicht es nicht, drauf zu verweisen:
Dieses Fahrzeug ist aus Eisen?
Dann finis?”
Nein! Das reicht nie!
Was man hier zu schreiben hätte
Schon allein zur Steuerket

Wieder neues Erdbeben im Getränkemarkt! Reagiert die Politik endlich?

altehalle

Getränkehandel A. Nitzsche: Leerguthalle

Aufgrund zahlreicher verängstigter Nachfragen von Nachbarn des Getränkehandels A. Nitzsche in Machern (man muß nur machern), ein vermutetes Erdbeben betreffend, verlautbarte das seismographische Institut (auf einem Hügel in der Nähe beheimatet), dass es sich bei den Erschütterungen mitnichten um ein Erdbeben der Richter-Familie gehandelt habe. Genaue Lokalisierungen mit Hilfe der privaten Telefone der Seismographen hätten vielmehr ergeben, dass das Vorkommnis auf das Innere der Leerguthalle des Getränkehandels einzugrenzen sei. Der Inhaber Herr A. Nitzsche wiederum erklärte dem Vernehmen nach in den sozialen Medien (Bäcker Fleischer, Klempnerfachbedarf Patzschke), dass sein Hofarbeiter einige Versäumnisse mit dem Gabelstapler aufzuarbeiten gehabt habe (Gebindetürme) und dabei wohl “etwas unwirsch” vorgegangen sei, was ihn, Herrn Nitzsche, aber nicht weiter beunruhige, denn “man muss dem Personal auch einmal die Grenzen zeigen”. Sowohl der mittlerweile entsorgte Gabelstapler als auch die ruinierte Leerguthalle seien “laut Büchern längst abgeschrieben”, und die Leute sollten sich “gefälligst um ihre eigene verkommene Sippschaft kümmern”.

Von der Sicherheit beim Schlagen der Glocken

glockenfang

Hört die Glocken schlagen: Peng!
Dingeling und Deng-Deng-Deng!
Putten halten Krönchen fest,
Dass es nicht den Turm verlässt.
Links der Herr dagegen böse:
Sinnlos, dieses Rumgetöse!
Wird nur einer unten wach
Von dem ursten Höllenkrach?
Nö. Man latscht bedämmert hin:
Glockenklang ganz ohne Sinn.
Wenn doch nur der Klöppel träfe
Einen Ochsen an der Schläfe!
Doch dagegen: Maschendraht.
Achtsam ist die Mutti Staat.

Ural oder Die Geschichte vom Kirschbaum

rossia

“Der Kirschbaum muss raus”, sagte der ältere Herr, “der macht nur Dreck, und ich werde ja nicht jünger, und wer macht denn den Dreck weg, wenn ich keine Lust mehr dazu habe?”

Also ging der ältere Herr zur Maschinen-Traktoren-Station und lieh sich ein passendes Werkzeug aus (Foto), um den Kirschbaum aus der Erde zu rubben, denn das ist die Methode, die am wenigsten Dreck und Arbeit macht, Rausrubben, so stellte sich das der ältere Herr jedenfalls vor, das Ding gleich mit der Winde auf die Ladefläche drauf und irgendwo in die Botanik schmeißen, sollen sich doch die Grünen drum kümmern mit ihrem Fimmel, die haben es ja so mit Bäumen.

Es geschah.

In das Loch vom Kirschbaum kippte der ältere Herr den Inhalt der Restmülltonne (das spart Geld), und er ärgerte sich, dass er nicht noch ein bisschen Restmüll gehortet hatte, denn das Loch wurde längst nicht voll, es war ein stattlicher Kirschbaum gewesen, deshalb auch immer die vielen Stare, die die Kirschen fraßen und alles vollschissen, und der Dreck. So musste er noch die Scheune durchsuchen nach Gelumpe, das er in das Loch schmeißen konnte, es war ein verdorbener Tag, Arbeit und Dreck und Nerverei und der Gedanke an die Grünen, der ihm zusetzte, die sich um seinen Kirschbaum kümmern würden, als könnte der ihn verpetzen bei denen. Stress!

Abends, als endlich der Mähroboter sich an seine neue Tour gewöhnen konnte und nicht mehr immerfort gegen den Kirschbaum stieß, sich aber in den Tiefen seiner künstlichen Intelligenz darüber ärgerte, in Zukunft keine Kirschkerne mehr über den Rasen schnipsen zu können, abends also lag der ältere Herr in seinem Bett, pumpte und japste von den Beschwerlichkeiten und Ärgernissen des Tages, und wir wissen nicht, wie es ihm weiter ergangen ist, denn es interessiert uns nicht, jetzt, da der Kirschbaum weg ist.

Neu in unseren Stadien

hupe

Um die triste Stimmung, die von den (allerdings unabdingbaren) VIP-Logen in den Fußballstadien (Foto) ausgeht, ein wenig aufzuhübschen, werden jetzt versuchsweise leistungssstarke Tröten (Foto) installiert, die nebenbei vom Bedienungspersonal per Tastendruck ausgelöst werden können. Schließlich haben die meisten Gäste keine Finger mehr frei dafür (Champagner, Shrimps, Dekolleté).

Vom Duschen

heisskalt

Karl Gong, der bekannte Geisteswissenschaftler, wurde während seines Urlaubs (fremde Dusche) mit Verbrühungen ins Krankenhaus eingeliefert.

Aua, sagte Karl Gong, aua-aua! Schuld ist der Wasserhahn!

Das ist natürlich Quatsch, denn schuld ist immer Karl Gong. Geisteswissenschaftler (Gong) suchen natürlich immer die Schuld bei jemand anderem (Wasserhahn).

Der Wasserhahn aber zeigt ganz klar an: Wenn du mich nach links (bzw. nach rechts) drehst, wird es heiß, und wenn du mich nach rechts (bzw. nach links) drehst, wird es kalt.

Karl Gong ist einfach nur zu doof zum Duschen.

Die Zeitung von vorvorgestern

In der Dorfzeitung (von vorvorgestern) durfte mal wieder einer der Goldjungen Autoren, die für die Autoindustrie Redaktion die sogenannten Fahrberichte verfassen, die ganz große Granate aus der Hose Garage Schublade ziehen: “Da das Fahrzeug mit mindestens 97 557 Euro in der Preisliste steht, die sich abhängig von Motorisierung und Ausstattung bis 158 604 Euro hochjubeln lassen, sollte man von Fahrversuchen im Grenzbereich zumindest auf öffentlichen Straßen Abstand nehmen.”

Übersetzt, liebe Kinder, heißt das in etwa: “Weil ihr Versager immer noch wertvollen Platz auf der Straße blockiert, kann mein Wagen leider beim freudvoll-unkontrollierten Driften durchs Wohngebiet Kratzer von euren Kleinwägen, Fahrrädern oder Gürtelschnallen davontragen.”

Also passt schön auf, liebe Kinder, wenn sich demnächst wieder einmal eine Röhrmöhre von hinten nähert. Nicht überall stehen den verantwortungsvollen Kraftfahrern abgesperrte Rennstrecken zur Verfügung, und so könnten sie durchaus einmal auf den Fußweg ausweichen müssen.

Schwerer Schlag gegen Verbrecher!

Das Justizministerium hat ein Gesetz vorgelegt, nach welchem ein Verbrechen tatsächlich unter bestimmten Umständen illegal sein könnte und dann auch von den zuständigen Organen verfolgt und geahndet werden darf. Dies soll konkret für Verbrechen bei Außentemperaturen über 20 Grad Celsius gelten, denn dann ist es warm und die Verbrecher könnten ja eigentlich im Strandbad liegen, Currywurst essen und die Bürger in Ruhe lassen. Wenn allerdings die Rahmenbedingungen so ungünstig sind, dass ein Verbrechen aus technischen Gründen leider ausgeführt werden muss (Außentemperatur zu niedríg), so ist das eben so, da kann dann keiner was dafür (wegen: Technologie).

Die Unterstellung der Opposition, bei dem neuen Gesetz handele es sich einfach nur um eine billige Kopie irgendeines „Dieselgesetzes“ aus dem Verkehrsministerium, ist haltlos und böswillig und wird aufs schärfste und mit höhnischem Grinsen zurückgewiesen.

Auch für diesen Bauern war früher nicht alles besser, und für die Ochsen sowieso die, wurden wahrscheinlich geschlachtet

stiere

Beispielfoto “Früher”

Früher war nicht alles besser. Die meisten Bauern mussten mit den ungeliebten Ochsen aufs Feld ziehen, schicke Pferde mit Mähne aus der Apotheke konnten sich damals wirklich, nur die wenigsten leisten. Das war relative strange und fürs chillen, blieb wenig Zeit. Gut, wer da das richtige Gras schon vom Acker weg rauchen konnte, Zwinker, Smiley, Backpfeife,

Eure Lipsigrad-Berufsjugendredaktion

“Lügenpresse” 2

“…sobald die erste Kurve kommt, ist es auch mit der letzten Zurückhaltung vorbei. Rein in den Sport-Modus und drauf aufs Gas – denn Le Mans ist überall.” – so berichtet Onkel Bessinger in mehreren Zeitungen (das sind die übergroßen Dinger aus Papier, hinter denen sich Mami am Frühstückstisch versteckt, damit sie nicht von Vati gefunden wird) über einen neuen Kraftwagen aus Amerika, denn er bekommt die Dinger immer hingestellt, um damit herumzufahren und über seine Erlebnisse dabei zu berichten, ein Traumjob im übrigen, kommt gleich nach Fußballspieler in Bochum oder Duisburg.

Das mit Le Mans, liebe Kinder, ist eine kleine Lüge, deshalb sagen manche bösen Leute ja auch “Lügenpresse”. Denn Le Mans ist zwar in Le Mans, aber sonst nirgendwo, ein bisschen ist es vielleicht im Frohburger Dreieck, wenn die Ordner aufgeregt mit ihren Fähnchen winken, aber eine, sagen wir, Brandenburger Landstraße oder die lustigen Kurven, durch die ihr mit der Mami morgens zur Schule schaukelt, das ist nicht Le Mans.

Und deshalb, liebe Mamis und Kinder, passt schön auf, wenn der dumme Onkel im Sport- oder sonstwas für einem Modus herangedeppt kommt. Rechts ran, ein kleiner Wink mit dem Finger, und der Spuk gleitet vorüber, in einen Straßenbaum, eine Scheune, einen Dumper.

Schließlich wohnt ihr nicht in Le Mans, und ihr habt auch in Physik aufgepasst, oder?

“Lügenpresse” 1

“Obwohl es geregnet hat und die Fahrbahn klitschnass war, ist der [Kraftwagen] mit Tempo 240 über den Asphalt gebügelt” und “flog buchstäblich wie von einer imaginären Schnur gezogen über die Autobahn” – so berichtet Onkel Piper in mehreren Zeitungen (das sind die übergroßen Dinger aus Papier, hinter denen sich Papi am Frühstückstisch versteckt, damit ihn Mutti nicht findet) über einen neuen Kraftwagen, denn er bekommt die Dinger immer hingestellt, um damit herumzufahren und über seine Erlebnisse dabei zu berichten, ein Traumjob im übrigen, kommt gleich nach Fußballspieler in Dortmund oder Hamburg.

Das mit der Schnur, liebe Kinder, ist eine kleine Lüge, deshalb sagen manche bösen Leute ja auch “Lügenpresse”. Denn zwar ist es so, dass die Kraftwagenbauer eine gewisse Meisterschaft darin entwickelt haben, die Insassen ihrer Produke glauben zu machen, die Physik (schön aufpassen in der Schule, wichtig!) wäre für diesen Kraftwagen außer Kraft gesetzt, aber das gilt, ihr ahnt es: nur innen. Außen reicht ein Pfützchen, ein Schweinchen oder eine Nachricht an Schätzchen bei Tempo 240, und schon fliegt der dumme Onkel ab in Richtung Ende Gelände.

Und ihr, liebe Kinder, passt bitte auf, dass ihr dann nicht in der Nähe seid.

Fotos vom Wrack übrigens gehören sich nicht, sowas machen nur Assis und die Befugten von der Presse.