Archiv für den Monat: Januar 2009

Bernsteinzimmer (5)


Endlich habe ich den Eingang gefunden.
Es stinkt. Wahrscheinlich ist der Bernstein infolge unsachgemäßer Lagerung angeschimmelt bzw. vergoren. Ist ja auch nur Materie. Alle Materie verschimmelt, vergärt, verfault bzw. wird wiedergeboren. Nur der Geist bleibt transzendent und ohne Änderung bestehen, wenn er einen Wirt findet. Der größte Unsinn wird unverändert durch die Äonen geschleift, weil der Geist unsterblich ist, nur Materie wird zu Alkohol und dieser wird vernichtet (durch die Leber) und ausgeschieden. Aber: Die Leber macht aus dem Alkohol Ideen! Zum Beispiel die Idee vom Bernsteinzimmer. Hier schließt sich der Kreis. In einem dunklen Gang am Rande des Flämings (geheim) lagert das Zimmer voller Bernsteine, und ich muss es nur noch finden. Wenn es nur nicht so stinken würde in Preußen!

Bernsteinzimmer (4)


Die Lagerstätte vom Bernsteinzimmer ist gut geschützt.
Geschützt gegen Terroranschläge bzw. mit hoher Geschwindigkeit einfahrende Ferraris bzw. Ford Gran Torinos. Den Bernsteinen soll ja nichts passieren. Das ist schon ziemlich cool ausgedacht von den Russen, die das alles angezettelt haben. Erst das Bernsteinzimmer rauben und dann in Preußen verstecken. Na sowas! Da muss man erstmal drauf kommen!

Bernsteinzimmer (2)


Im Licht der Abendsonne stehe ich vor dem Versteck, wo sie das Bernsteinzimmer verscharrt bzw. aufgestapelt haben. Ich bin aufgeregt. Wird das Licht der Abendsonne reichen, um das Bernsteinzimmer zu finden? Die Abendsonne fällt ja bekanntlich wie ein Stein hinter Schöneiche in den Wald.

Roofy Bear


Eben kam Starsky und Hutch im Fernseh.
Naja. Huggy Bear war ja ziemlich cool. Gleich nach einem Bärenfoto gesucht. Hier ist eins. Aber so cool ist der Bär auch nicht, auf dem Dach. Eher das Dach.

Drehbücher


Dieses Bild ist unter dem Namen “Drehbücher” gespeichert.
Warum? Weil, immer, wenn ich mit Frau Mond unterwegs bin, passiert was. Mal überfahren wir einen toten LKW-Reifen, mal explodiert die Ölwanne (bzw. beides gleichzeitig). Oder man kommt an einem Herrenhaus vorbei, wo der verarmte Inhaber (oder der stolze) eine Crew eingeladen hat, irgend ein flüssiges oder überflüssiges oder bedeutendes oder grandioses Historienspiel abzulichten, mit Sex, Krieg und Völlerei. Drehbücher dafür gibts ja wie Sand in den Augen, hingestreut in mehreren tausend Jahren Welt- und Dorfgeschichte. Aber ob in diesen Drehbüchern putzige Mittelalterzelte und Müllmulden vorkommen müssen, das weiß allein — der Reschissör. Mir würde es reichen, wenn die Schauspieler durch die Kemenaten stolzieren und ihre Texte aufsagen, mehr erwartet man gar nicht in Zeiten der Krise.

Atomfabrik-Stahlturm

Gern erinnere ich mich an den Stahlturm meiner Atomfabrik.


Ziemlich hoch, fast zum Angsthaben!

An aussichtsreichen Tagen erklomm ich den Stahlturm mit mehreren Atomen und warf einen Blick in die Runde (360°).

Ich kuckte auch nach unten, um niemanden zu verletzen, denn, jetzt kommts, ich warf die Atome mit aller Macht hinab auf den harten Betonboden, um sie zu spalten. Ich war der Spalter! Ich musste mich durchaus auf die Zehenspitzen stellen, sonst wäre das nicht hoch genug gewesen zum Spalten! Aber auf den Zehenspitzen ging es.

Unten auf dem Betonboden lag immer ein Elektrokabel mit zwei abisolierten Enden herum, ich glaube blau und schwarz, kann mich aber auch irren. Die beiden Enden nahmen die ganzen bzw. kaputten schönen Elektronen auf, und dann wurde auch schon der Atomstrom ins Netz gepumpt, dass es eine Freude war! Überall rundum platzten die Glühbirnen, und beim Betrachten dieses Vorgangs war es eindeutig ein Vorteil, sich auf dem Stahlturm zu befinden.

Singende Holztafeln


Für Leute, die sich noch nicht genügend bevormundet fühlen, hat man an geeigneten Plätzen singende Holztafeln aufgestellt, die diese Leute zum Mitsingen auffordern. Jede Holztafel singt etwas anderes, diese hier zum Beispiel von einem Knaben, der ein Röslein stehen sah (neben einer Holztafel?). Man kann sich also vor die Holztafel stellen, den angepinnten Text des Gesangsstückes fixieren und, jawohl, mitsingen, wenn man des Lesens mächtig ist.

Man kann es aber auch lassen.

Keinkaufszentrum


Eines Nachts träumte Karl Gong, auf seiner Reise nach Hackpfüffel ruhend in einer billigen Spelunke, den Bauch voller Bier, das Herz voller Hoffnung auf baldige Ankunft, das Auto um die Ecke geparkt, die Wirtin in der Küche mit Gläsern werfend nach ihrem Gatten, der den Zapfhahn offengelassen hatte beim Nachtwandeln, dass er, Karl Gong, endlich in Hackpfüffel einträfe, nach so vielen Monden, in denen keiner der Zurückgelassenen noch ernsthaft mit dem Eintreffen dieser Tatsache bzw. des Gong rechnete, und er, Gong, Karl, auf der Suche nach Nahrung stünde vor der Kaufhalle, träumte er also, von Keksen, Bier, Knackwurst und weichen Brötchen sowie Kräuterquark, aber alles, was es gab, waren Gewürze und Naturdärme, abgesehen von sonstigem Fleischereibedarf.

Schweißgebadet erwachend zog Karl Gong den Sinn seiner Unternehmung plötzlich und erstmals in Zweifel.

Allgemeiner Untergang (8)


Bevor wirklich alles untergeht, sollte man noch schnell ins Tschechland fahren und ordentlich Tuzemsky Rummm einkaufen. Ergebnis: Man fühlt sich lockerer, sieht nach gewissen Dosen alle Nager doppelt und im Falle unverantwortlichen Genusses bald selber wie einer aus (oder zwei). (Gilt nicht nur für Tuzemsky.)

Allgemeiner Untergang (7)


Zu allem Unglück ist es nun auch noch etwas frisch draußen geworden. Gestern eine Kola vom Balkon geholt, gedreht und gewendet: immer noch flüssig, schau an. Aufgemacht, pfffft, war alles Eis. Na toll. Wird ja schmelzen, im Zimmer. Auf den Rechner gestellt. Nach zehn Minuten hingekuckt: Alles voller brauner Suppe rundherum, eine Sauerei ohnegleichen. Hat man uns in der Schule (Polytechnische) nicht beigebracht. Nicht mal in der Erweiterten. Rechner aufgemacht, geputzt, gelüftet. Wohin man kuckt, nur Katastrophen und klebrige Substanzen.

Allgemeiner Untergang (3)


Oh, der ist ja nun auch schon völlig hin und weg.
Wie ich mich neulich überzeugen konnte. Nun sieht es in der Hauptstadt nicht mehr aus wie in Beirut (Foto), eher wie in einem Vorpommerschen Gewerbegebiet (vor dem Einritt der Investoren). Na, Hauptsache, es sieht nicht mehr aus wie DDR!