Archiv für den Monat: August 2017

Die Zeitung von vorvorgestern

In der Dorfzeitung (von vorvorgestern) durfte mal wieder einer der Goldjungen Autoren, die für die Autoindustrie Redaktion die sogenannten Fahrberichte verfassen, die ganz große Granate aus der Hose Garage Schublade ziehen: „Da das Fahrzeug mit mindestens 97 557 Euro in der Preisliste steht, die sich abhängig von Motorisierung und Ausstattung bis 158 604 Euro hochjubeln lassen, sollte man von Fahrversuchen im Grenzbereich zumindest auf öffentlichen Straßen Abstand nehmen.“

Übersetzt, liebe Kinder, heißt das in etwa: „Weil ihr Versager immer noch wertvollen Platz auf der Straße blockiert, kann mein Wagen leider beim freudvoll-unkontrollierten Driften durchs Wohngebiet Kratzer von euren Kleinwägen, Fahrrädern oder Gürtelschnallen davontragen.“

Also passt schön auf, liebe Kinder, wenn sich demnächst wieder einmal eine Röhrmöhre von hinten nähert. Nicht überall stehen den verantwortungsvollen Kraftfahrern abgesperrte Rennstrecken zur Verfügung, und so könnten sie durchaus einmal auf den Fußweg ausweichen müssen.

Lob des traditionellen Chorgesangs

choir

In fremden Ländern ist gut singen.
Nur uns will oft kein Lied gelingen.
Nein, Peinlichkeiten gelten nicht:
Die Junggesellenabschiedsschicht,
Das Schlagerhupen, Stadiongrölen,
Beleidigt Jammern, Greinen, Nölen —
Das güldet nicht, das ist Beschmuh
Und zieht uns höchstens aus den Schuh.
Lass uns die Lieder wieder üben
Ganz tief vergessen in den Rüben,
Als wir noch Chorgesang vollführten
Und die Verwandtschaft damit rührten.
Lass singen uns die alte Leier
So wie ein Choir, gesprochen: Queier,
So wie ein Mann, mit einer Stimme,
Fein zielend über Korn und Kimme
Grad in die Mitte jeden Tons.
Und ist er auch nur von den Stones.