Vom Inspizieren der Schmottschleuse

schmott

Karl Gong, der einen harmonischen Abend mit der Unangetrauten hinter sich gebracht hatte, in dessen Verlauf es zu sehr erfeulichen beiderseitigen Handlungen gekommen war, sah sich am nächsten Morgen bereits wieder mit dem üblichen Anspruchsdenken der Holden konfrontiert, die, irritiert von ihrer abendlichen Nachgiebigkeit und dem daraus möglicherweise aufkommenden Eindruck kurzzeitiger Schwäche, befahl, einmal an der illegal errichteten Schmottschleuse der Ranch nachzusehen, ob alles in Ordnung sei, denn eine der Reiterinnen, mit denen sie allwöchentlich mehrere Flaschen Prosecco zu verzehren pflegte, hatte von gewissen Gerüchen aus dem betreffenden Areal zu berichten gewusst, die auf Verwesung oder schlimmeres hindeuten könnten, und hinterhältig gefragt, wo Gong, Karl, sich derzeit aufhalte, nicht, dass er, möglichweise, während einer seiner Aufwallungen beziehungsweise Alkoholexzesse in den ungesicherten Schlund der Schleuse…

Die Unangetraute hatte derlei Bedenken mit einer flüchtigen Handbewegung weggewischt, nun aber reichte sie Karl Gong schweigend Schnorchel und Taucherbrille, die sie einmal aus Ägypten hatte mitgehen lassen, jedoch nicht die gute Badehose, denn die sei wirklich zu schade, die alte Unterhose tue es auch, ein Hinabsteigen in den ekligen Schlund scheine ihr unausweichlich, denn schließlich seien in den letzten Wochen mehrere männliche Einwohner der Umgebung spurlos verschwunden, die man nicht wie üblich erhängt im Wald habe auffinden können; und Karl Gong machte sich seufzend auf den Weg zur Schmottschleuse, während er tief in sich das kleine aufgeregte, langsam verstummende Pochen seines Herzens vernehmen konnte, das gestern abend noch so erfreulich sein ansonsten träges Blut durch den Körper gejagt hatte.