Von der musikalischen Ästhetik

Der kleine Herr Schönleben, der wusste, dass die Nulpen in seiner Agentur an nichts weniger interessiert waren als am Wahren, Tiefen und Schönen, begrüßte das Durchregieren des zuständigen Kreis-Gesundheitsministers, der wegen der anschwappenden Herbstwelle des bedrohlichen Erregers bereits eine absolute Homeoffice-Pflicht für alle irrelevanten Angestellten im Landkreis verfügt hatte. So würde er genügend Zeit haben, seine Plattenschätze mehrmals gründlich durchzuhören, den ein oder anderen Lieblingssong auf Kassette aufzunehmen und im Ergebnis der schönen Frau Schreck aus der Registratur ein mit selbstgemaltem Cover versehenes Mixtape in die Eingangspost zu legen. Das einzige Zugeständnis an die Niestüten der Agentur, die sich als stilsichere Ästheten betrachteten, war die Auswahl des ersten Titels lediglich anhand der Farbe seines Schals, die er, seines bewunderungswürdigen Musikgeschmacks wegen, aber auch gar nicht zu bereuen hatte.