Kategorie-Archiv: Aus der Gechichte

Aus der Gechichte

Lächerliche Begebenheit

Einst fuhr ich wirklich volle Kanne
mit meinem Maultier-Hengst-Gespanne
durchs Städtchen. Bis mich winkt die Kelle
des Vopo zur Gespann-Leitstelle.

Dort stand ich dämlich im Gehäuse
und musste blechen zwanzig Mäuse,
denn hinten links war wohl ein Platten.
Gut, dass wir noch kein Westgeld hatten.

Das Sonett vom Nichtabstieg

Der Abstieg (Beispielfoto)

Ich stehe zach am Klippenrand.
Die Angst vorm Abstieg ist gebannt,
seit Wochen nicht mehr relevant,
der Blick ins Internet entspannt:

Die Mannschaft blieb mit Tradition
und gegen manchen schlimmen Hohn
in ihrer Liga. Fern vom Thron.
Du wartest? Nu, ich komm ja schon!

Mal geht man auf,
mal geht man unter,
es ist ja eigentlich egal.

In schnellem Lauf
brüll ich mit Gunther
und schwenke meinen blauen Schal.

Vom Wildern

Wo die Fische wohnen,
darf man sich nicht schonen,
denn wir lassen alle
(Ausnahme: die Qualle)

Meeresfrucht uns schmecken,
wenn wir sie uns stecken
gierig in den Mund.
Denn das ist gesund.

Wo die Fischer wohnen,
gibt es abends Bohnen,
Speck und Kandis-Tee.
Sonntags auch Soufflet.

Aal nur für Touristen
aus den Räucherkisten.
Einst auch frisch vom Rost,
in der Zone Ost

illegal gestochen
von Klaus-Jürgen, Jochen,
Günter, Kurt und Rembert.
Namen sind geändert.

Zum Gedenken

Der Reichstag ist das nicht.
Und keine rote Fahne.
Es ist nur ein Gericht
von allererster Sahne

für den Verwaltungskram,
der nach der letzten Wende
über die Zone kam.
Ich grüße und beende.

Das schlampige Sonett vom revolutionären Maifeiertag

Zum Ersten Mai den Aufstand proben:
Das können wir getrost geloben.
Wir springen auf die Hollandräder
und kehren wieder, Stunden später,

mit einer Fahne froh zurück.
Dies ist der Aktivisten Glück
und unbestreitbar Schlachtenfeld:
die Straße und das Bockbierzelt.

Spartaner! Greift nun nach dem Speere!
Der Schaschlikmann gibt sich die Ehre.
Die Reden plätschern aus den Boxen

und reißen keinen von den Stühlen.
Lass uns mal im Programmheft wühlen:
Brät heute keiner einen Ochsen?

Dabei sein

In der 4. Woche
will dabei ich sein.
Trecker will ich fahren,
reiten auf dem Schwein,

Butter will ich stampfen,
baden tief im Korn.
Wo stehn unsre Bauern?
In der Welt ganz vorn!

In der 5. Woche
kehr ich heim zu dir.
Die Erträge steigen
dann beim Meerschweintier,

bei den güldnen Hamstern
und dem Goldfischzwerg.
Reisen muss sich lohnen.
Danke, Markkleeberg!

Der letzte Schnee

Ich hatte mir etwas Kunstschnee aus dem Winterurlaub mitgebracht und auf der Straße ausgelegt, um die Menschen zum Nachdenken anzuregen (ich wusste nicht mehr genau, worüber), aber die Wirkung verpuffte bzw. verdunstete aufgrund ausbleibender Passanten, so dass ich mir derartige Aktionen in Zukunft wohl verkneifen werde. Soll doch der Klimawandel machen, was er will.

Das vergessene Gebäude

Karl Gong, der über die letzten Grundstückserwerbungen ein wenig den Überblick zu verlieren drohte, gerade auch, weil die Unangetraute ihm eben noch zu Weihnachten einige bis dato unverkäufliche Flurstücke in den Äußeren Vorwerken geschenkt hatte, erblickte auf einem Inspektionsgang, bewaffnet mit Navigationsgerät, Maßband, angespitzten Rundhölzern und Vorschlaghammer, im hinteren östlichen Bereich seiner neuerworbenen Position „An der Suhle 37/2a“ ein rätselhaftes Gebäude, fertigte einige Fotografien und Zeichnungen, brach durch die vernagelte Tür ein, fand rätselhafte Installationen vor, in deren Inneren ein Blinken und Fiepen von rastlosem, aber augenscheinlich vergeblichem Maschinenwirken kündeten, vernagelte die Tür sachgerecht, zog Mütze und Handschuhe über, stellte sich auf das Lenkbrett der Dieselameise, die er auf einem anderen Grundstück glücklich vorgefunden hatte, und gurkte hin zur Stasiunterlagenbehörde, um Einblick zu nehmen in eventuelle Stasiunterlagen, die sich mit dem rätselhaften Gebäude beschäftigen könnten, das er in einen artgerecht konstruierten Taubenschlag umzubauen beabsichtigte.

Kleines Abenteuer

Einstens raste Caroline
mit der neuen Limousine
(Premium-Gefährt Trabant)
übern Deich gleich auf den Strand,

warf das Boot vom Dach ins Wasser
(und die Grenzer wurden blasser),
paddelte bis Dänemark
(ihre Arme waren stark),

landete sodann in Gießen
(ließ sich davon nicht verdrießen),
schnappte sich den reichen Klaus.
Endlich ist das Märchen aus.

Kleine Bildbeschreibung

Im Rahmen der Kowaljow-Methode patrouillieren jeweils drei Werktätige auf einem klassischen UFO (mit Gasgriff wie beim Motorrad) über dem Betriebsgelände. Es besteht keine Helmpflicht, außer für Mitarbeiter, die Verschwörungserzählungen anhängen („Q“). Wenn in einer der Hallen etwas faul ist bzw. „stinkt“, überprüft die Patrouille, ob das Dach des Gebäudes ordnungsgemäß aufgeklappt ist, damit der unangenehme Geruch entweichen kann. Wenn nicht, muss der stets an Bord befindliche vierschrötige Schrat hinabsteigen und das Dach öffnen. Alle UFO-Piloten erhalten diverse Gefahrenzulagen, so können sie sich auch beim Friseur das teure Ondulieren des Haupthaares leisten. Das Bild ist sehr anschaulich gezeichnet, besonders das Klappdach, und es regt mich zum Nachdenken an.