Kategorie-Archiv: Sie und Er und 1000 Fragen

Sie und Er und 1000 Fragen

Niemals zum Lfulg

lfulg

“Nein!” rief Karl Gong panisch. “Ich will nicht hin zum Lfulg! Niemals!”

“Du kommst jetzt. Bitte!” sprach die Holde mit gespieltem Oberlausitzer Akzent, obwohl gar kein R bzw. r im Satz vorkam. “Wirds bald?”

Karl Gong konnte sich ein mit verstohlenem Seitenblick geflüstertes “Wirds haus” nicht verkneifen, er kam sich vor wie ein Zweitklässler, der an den Ohren durch die Klasse zum Direktor geführt wird. Nun musste er wohl oder übel hin zum Lfulg, die Straßen waren grau wie der Himmel, nie wieder würde die Sonne auf ihn scheinen, schließlich war sowieso das helle Licht auf Jahre hinaus aufgebraucht durch die beiden letzten Sommer, er würde im Lfulg eingeschlossen werden und verrotten und die Holde hätte endlich Ruhe vor ihm.

“Von was für einem Lfulg redest du denn überhaupt die ganze Zeit?” fragte ihn die Holde, als sie ihn endlich mit Gewalt über die Schwelle des Heimatmuseums gezerrt hatte, und Karl Gong, der endlich die angstvoll zusammengepressten Augen öffnete, entspannte sich, eilte zu dem ausgestopften Uhu und streichelte ihm ganz sacht über die Federn, die aussahen und sich anfühlten wie sein alter Hirschbeutel von 1982.

“Ach, nichts”, flüsterte Karl Gong, ließ sich von der Holden die heimischen Gesteinsschichten aufsagen, die Milchproduktionszahlen herbeten und das lichte Haupthaar streicheln. Ein harmonischer Feierabend nahm seinen Lauf.

Die Sippe bleibt verschwunden

schoenleben-fenster
In der City am Fenster

Das Gedächtnis des kleinen Herrn Schönleben ließ seit einiger Zeit zu wünschen übrig. Nicht genug damit, dass er ständig Dinge verlegte, wie zum Beispiel den Flaschenöffner, und stundenlang missmutig das verschlossene Feierabendbier anstarrte. Neuerdings wurde er auch von der Vermutung geplagt, dass er irgendwann ein größeres Grundstück erworben und darauf ein ansehnliches Haus für sich und seine Sippe errichtet haben müsse. Allerdings konnte er sich überhaupt nicht an die Adresse dieses Anwesens erinnern, und die Sippe konnte er nicht befragen, denn sie war seit Wochen verschwunden. Immerhin kam ihm die Wohnung, aus der er durch das Fenster auf die Straße blickte, bekannt vor, und er winkte den Menschen, die unten vorbeiliefen, freundlich zu.

Am Bärengraben

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Karl Gong, dem die Dummheit und das Geschrei einiger seiner Mitbürger zunehmend die Tage schwärzten, verlegte sich darauf, statt des Wirtshauses häufiger den über kleine Umwege erreichbaren Bärengraben aufzusuchen, um Ruhe und Entspannung zu finden, denn die Bären, so schien ihm, wussten zu leben, zwar auf relativ beengtem Raum, unter Aufsicht und mit streng zugeteilter Nahrung, aber sie gingen sich aus dem Weg, wenn es nicht gerade etwas dringendes auszumachen gab, lagen friedvoll auf dem Bauch und blinzelten den Bienen nach, von deren Honig sie nichts wussten, und die es hier, in der mittelgroßen Stadt zwischen den herbstlich kahlen Feldern, gar nicht geben dürfte, und erst das Telefon, das die Holde ihm verboten hatte stummzustellen, holte ihn knarrend und trompetend in den misslichen Alltag zurück, der sich sogleich wie ein Popanz über ihm blähte und ihn, Gong, den bemitleidenswerten, anschnarrte, was aus dem Konsum zu besorgen sei: Brot, Käse, Wurst, Butter, Radler (wieso Radler?), Öl zum Braten, Hackfleisch, Küchenpapier, Zahnpasta; und mitten in dieser Aufzählung des Schreckens brachen die Langeweile und die Trostlosigkeit seines Lebens endgültig in Karl Gongs Gedärme hinein, füllten sie aus wie Teer die Lunge des Rauchers, und endlich, die Liste war zu Ende und bereits zur Hälfte wieder von ihm vergessen, kam er japsend zum Luftholen, wie ein herumgewirbelter Ertrinkender, der zufällig wieder über die Wasseroberfläche geraten war.

„Und Honig?“ fragte Karl Gong tonlos. „Was ist mit Honig?“

„Was willst du denn mit Honig?“ versetzte die Holde. „Honig ist noch.“

These boots were made for jumping

rocknroll

Grad hab ich noch gerochen
das feine Fett auf Leder.
Da wende ich die Treter:
Die Sohle ist gebrochen.

Ich biege mich vor Schmerzen,
Flor schiebt sich vor die Sonne.
Werf in die Restmülltonne
die Schuhe meiner Herzen.

Sie sind nicht mehr zu retten.
Ade, ade, wir scheiden.
Nun muss ich barfuß reiten
und meine Füße fetten.

Vom Pool

schmott

Karl Gong, dem die Klempnerei ein ewiger Quell des Misstrauens geblieben war, besonders jene, die die Installationen in seinem Haus und den zahlreichen Nebengebäuden zu verantworten hatte, stand, von stillem Entwetzen gelähmt, am Pumpenschacht seines Swimmingpools, betrachtete den blubbernden Schmott zu seinen Füßen, verfluchte die Handwerkskunst des Sanitärgelehrten Patzschke, der nach dem Bezahlen der letzten Rechnung über die Anbringung des Handtuchhalters in der Gästetoilette das Weite gesucht und gefunden hatte, also auf Nimmerwiedersehen der Erbringung jeglicher Garantieleistungen entwischt war, nicht ohne Gongs Herzdame einen fetten Kuss auf die Backe gedrückt zu haben, was diese ohne erkennbaren Widerwillen und unter späterem Hinweis auf die Notwendigkeit des Gutstellens mit dem Handwerk über sich hatte ergehen lassen, und reckte die Arme zum Himmel, die Hände zu Fäusten geballt, denn nun würde er in die herbstlich erkaltete Brühe steigen müssen, ohne Neoprenanzug, nur mit Taucherbrille, Schnorchel und Rohrzange, und die Herzdame würde in ihrem knappen Bikini über ihm stehen, das immerhin, und ihn antreiben, denn die Sonne versinkt nun schneller hinter den Birken, “die auch mal wieder einen beherzten Schnitt vertragen könnten, oder?”, und es wäre ja wohl das Mindeste, nach dem Tag im Bureau ein erfrischendes Bad im wärmenden Nachmittagslicht nehmen zu können, wenn schon kein Gläschen Sekt und kein Gürkchen und kein Schälchen Kaviar auf dem Tisch steht, aber was soll man immer nur reden usw. usf.

Das Pferd im Garten

pferd
Pferd im Garten (Symbolbild)

Karl Gong, der sich seit Tagen über das Pferd wunderte, das im Garten stand, im Stehen zu schlafen schien und von Zeit zu Zeit den Kopf zur grundwasserpumpenbefeuchteten Wiese senkte, um ein Hälmchen zu zupfen, näherte sich diesem Pferd von der Seite, denn er hatte als Kind genügend Geschichten gelesen, in denen ein dummer Stadtmensch von hinten an ein landwirtschaftliches Nutztier herangetreten war und von diesem per Hufschlag niedergestreckt und somit auf Distanz gehalten wurde, fuhr vorsichtig seinen Arm aus, um über die weiche Mähne des sehr großen Tieres zu streichen, welches ihn nun mit schläfrigen Augen freundlich musterte und ihm durch die feuchten Nasenlöcher Pferdinnenluft entgegenblies; er fühlte sich auf seltsame Weise aufgehoben in der Natur, auch wenn es sich genaugenommen nur um seinen sehr großen Garten handelte, der tatsächlich mehr Natur zu enthalten schien als die umgebenden riesigen, totgespritzten Äcker der Pachtbauern, und er legte, was er bis vor wenigen Minuten nicht für möglich gehalten hätte, sogar seinen Kopf auf den Rücken des zugänglichen Geschöpfes, allerdings nur bis zu dem Moment, in dem der Ruf der holden Unangetrauten erscholl, er möge sich schleunigst von ihrem Tier entfernen, das durch ihn, den Grobian, sich zum Unreitbaren hin verändern könnte, und stattdessen lieber die filzigen Ecken des Grundstücks in eine schöne, gepfegte Landschaft verwandeln, vor der die Nachbarn und Würdenträger nicht in Abscheu erstarren, sondern voller Anerkennung verweilen würden.

„Ja, ja“, sagte Gong. Das Pferd stob davon.

Weiß-Rot

weisswein

Ach, des Sommers Ende nun
ist gekommen, ist gekommen.
Gibt es letzthin eins zu tun:
Schlückchen Weißwein eingenommen.

Heiß war Sommers Atem oft,
kühl die Flaschen, kühl die Flaschen.
Kleine Änderung im Loft:
Rotwein kommt jetzt in die Taschen,

die man zur Terrasse trägt.
Mehr Rioja! Mehr Chianti!
Stiller Garten, Straße bläkt.
Korken zieh, hopp-hopp, avanti!

Vom Einkauf zurück

baerbier

Der Problembär war einkaufen gewesen, und wir fragten ihn, wo denn die Wurst, der Käse, das Brot, das Klopapier, die Zahnpasta und das Katzenfutter abgeblieben seien, er aber zuckte nur die Schultern, wenn man überhaupt von Schultern oder Zucken sprechen konnte, und machte sich stillvergnügt an die Dosenlasche heran.

Im Vergessenen Kohlenschuppen

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Beispielfoto Bergwerk (stillgelegt)

Irgendwo im Nordostwinkel seines riesigen Grundstücks traf Karl Gong auf den Vergessenen Kohlenschuppen, der im Gegensatz zum Badeofenholzundkohlenschuppen sich langsam aus seinem Bewusstsein geschlichen hatte, und er fand unheimliche Mengen sauber aufgeschichteter Rekord-Briketts vor, vom rissigen Betonfußboden bis zur porösen Decke, kaum konnte er den Fuß in den efeuüberwucherten Bau setzen, ohne sich schwarz anzuschmieren mit der Patina des sagenumwobenen Brennstoffs, Kohle!, und er reckte den Hals, um abzuschätzen, wo denn die Schichtung enden würde, das Trumm, das Monster, das sich vor ihm zehn Meter breit aufbaute, oh mein Gott, dachte Gong, vielleicht finde ich noch ein Stahlwerk im Garten, dann wüsste ich, warum das hier alles existiert; und Karl Gong spann sich ein in die Gedanken an den Mythos des Kohleausgrabens aus dem Gestein tief unter Tage, muskelprotzende Kohlekumpel mit freiem Oberkörper, was in seinem Fitnessstudio strengstens untersagt war, oder tief im Schlamm versunkene Schieberaupen im Mitteldeutschen Revier, an Feiertagen ordenbehängte Maschinisten, die wie am Spieß schrien, wenn die Schienen nicht schnell genug mit den Brechstangen zur Seite gerückt worden waren, zum Flöz hin, das darauf wartete, zur rußenden Rekordfabrik gekarrt zu werden in schlingernden, verdreckten, schrottigen Waggons hinter stampfenden Lokomotiven, die geführt wurden von bärbeißigen Raufbolden, und vor lauter Romantik und Adjektiven lief Gong die Nase, tränten die Augen, zitterten die Knie, als die Holde rücksichtslos neben ihn trat, ihm das Knie in den Oberschenkel rammte und sprach: „Ja, das muss auch alles zeitnah weg. Hier wird das Pferd wohnen.“

Zukunft K Punkt Null

trollbot
Russischer Trollbot (Beispielfoto)

Karl Gong, dessen Unangetraute gerade die gemeinsame Wohnstatt verließ, weil sie von der zuständigen Künstlichen Intelligenz (KI) mit dem in ihrem Chatprogramm ganz oben stehenden, Gong nur flüchtig bekannten Herrn verheiratet worden war (denn mit diesem verbrauchte sie ja nachweislich mehr Zeit und Gedankenkraft als mit jedem anderen im digitalen und analogen Erdenrund), stand nun reichlich belämmert vor den zur Hälfte ausgeräumten Schränken und Regalen, beschloss aber tapfer, nach einem Blick auf seine eigene Chat-Hitliste, keine Trübsal zu blasen und sich stattdessen auf den russischen Trollbot zu freuen, der sicher demnächst auf Geheiß der für sein, Gongs, Wohlergehen verantwortlichen KI bei ihm einziehen würde, mit einem Eimer Pelmeni, ein paar Stiegen Wodka und jeder Menge getrockneter Fische im Gepäck.

Am Netz

spinnennetz

Die Holde wollte des Morgens hin zum Supermarkt, Katzenfutter kaufen, außerdem Leber (für die Katzen) und junges Gemüse (für sich), jedoch sah sie sich außerstande, den Wagen zu betreten wegen des an diesem über Nacht angebrachten dekorativen Spinnennetzes; schreiend lief sie zurück ins Haus, bremste abrupt vor dem Bett Karl Gongs, der sich eben noch einmal umgedreht hatte, denn er gedachte seinen Gleitzeitvertrag gnadenlos auszureizen, musste nun aber aktiv werden und hinaus auf die Straße wanken, ganz ohne Schlafanzug, den er der Wärme wegen nachts von sich geworfen hatte, das Netz bedauernd mit bloßen Fingern entfernen, was der Holden, die mit aufgerissenen Augen hinter dem Fenster lauerte, Laute des Entsetzens entlockte, zumal Gong, an den Fingern zupfend, von denen die Reste des Netzes und an diesen vielleicht sogar, Gott behüte, einige Spinnen baumelten, dem Haus zustrebte, so dass sie gezwungen war, die Tür vor ihm zuzuschlagen mit der Drohung, sie erst wieder zu öffnen, wenn sein, Karl Gongs, Körper garantiert spinnenfrei wäre.

Gong fummelte in aller Seelenruhe alles Spinnerte von seinen Extremitäten, lächelte in die Morgensonne, genoss den Tau, der sich von den eigentlich auf dem Gehweg unerwünschten Gräsern auf seine Füße übertrug, und beschloss, vielleicht doch schon vor zehn im Bureau zu sein, denn so ein Morgen bot doch einiges an Überraschungen, die man im Bett grunzend kaum erleben dürfte.

Schwarzweiß

schwarzweiss

Wir steigen in den Ring,
wir balgen und kobolzen.
Die Liebe ist ein Ding
von Kuscheln und von Holzen.

Sind wir auch schwarz und weiß,
und grundsätzlich verschieden:
Wir lieben uns gar heiß
und halten trotzdem Frieden.

Komm drehe mich ein Stück
und box mich in die Seiten.
Bei so viel Liebesglück
muss man sich auch mal streiten.

Dann, nach dem Fischverzehr,
lass uns zusammen schlafen
zehn Stunden oder mehr.
Nachts sind sie grau, die Braven,

ist schwarz und weiß vermischt.
Der Mond ist aufgegungen.
Die Igelmutter zischt.
Der Traum ist gut gelungen.

Agenten gendern

loch

Die Agentur, prinzipiell dem Weltfrieden verpflichtet, bemühte sich auf allen sekundären Gebieten um größtmögliche Korrektheit, um das Image der fies und hinterhältig spionierenden, bisweilen körperliche Gewalt anwendenden, sich selbst kompromittierende Dokumente vernichtenden und dann von nichts gewusst haben wollenden Anstalt abzuschütteln. So wurde per Rundschreiben festgelegt, dass ab sofort alle Agenten zu gendern seien, auch wenn Agentinnen spärlich bzw. im konkreten Fall gar nicht existent waren.

Dem Anstaltsleiter war das Innen-Gendern zwar ein Herzensbedürfnis, aber auch zu doof, als er vor der versammelten Truppe finster dreinblickender Herren mit Narben und fehlenden Gliedmaßen bzw. Skrupeln stand, um die Wochenlage zu erörtern, nicht eine schmucke Pistolenbraut wärmte seine zusammengekniffenen Augen (Berufskrankheit), und also hob er zur Begrüßung an mit “Liebe Agierende!”

Tosender Beifall.

Die Romatik der Hausgemeinschaft

federn

Die Krausen war ungeheuer aufgebracht, weil die Schmidten, trotz dass sie mit der Großen Hausordnung dran war, wieder nicht das Iksel zwischen Hauswand und Gehsteig von Peeden, Schmutz und leeren Kaffeebechern gereinigt hatte. Vom Schnittgerinne ganz zu schweigen. Selbst der nichtsnutzige Ex-Vorsitzende der Hausgemeinschaft, dieser Wendehals, der sonst den halben Tag im weißen Feinripp auf dem Sofa lag, das wusste sie von diversen Besuchen, puhlte ab und zu die schwarzen Krümel, die Spinnen und Asseln hinter den Briefkästen hervor.

Ein wirklich feiner Mann im Haus war eigentlich nur der Herr Spärling im Hochparterre, der grüßte immer und schien auch etwas besser gestellt zu sein, mit den hohen Wänden, trotz seiner Körpergröße, und dem schönen Stuck, wo sich allerdings auch besonders gern der Dreck fängt.

So dachte die Krausen nebenbei, während sie die Schmidten über den Hof zur Abstellkammer jagte, wo Fugenkratzer, Besen, Hacke und Schaufel einträchtig auf sie warteten.

Die Drohung mit den Damenschrauben

dreckwasser
Undurchsichtige Drohung (Beispielfoto)

„Es wird Zeit, dass wir die Damenschrauben anziehen, mein Lieber“, hatte die Holde zum erschauernden Gong, Karl, gesagt, dem jegliche Vorstellung fehlte, was das bedeuten könnte, der aber sehr wohl verstand, dass es sich um eine schwerwiegende Drohung handeln musste, denn die Holde sah ihn aus pausenlos feuernden Augen an, mit zusammengekniffenen Lippen und zart vom leichten Abendwind bewegtem Pony.

„Jawohl!“ sagte Karl Gong, und „Aye Aye, Mylady“, und das rettete ihm den Kopf, denn er sprach das „y“ in „My“ korrekt als „i“, nicht als „ei“ aus, so, wie er es von seiner alten Englischlehrerin gelernt hatte; und wenn seine Holde je eine gesteigerte Begeisterung für irgendetwas entwickeln konnte, dann für eine gepflegte Aussprache.

Komplett

manschettenknoepfe

Beinahe hätte ich morgens die Manschettenknöpfe vergessen. Frau H. aus der Peronalabteilung wäre bestimmt verärgert und ungehalten gewesen wegen der Nachlässigkeit, denn das macht gar keinen guten Eindruck auf Kunden und Belegschaft. Noch einmal Glück gehabt.

Fahrstuhl ins Ungewisse

kaesebrot

Herr Breithans, dem von seinem Hausarzt aufgetragen worden war, die Kalorienzufuhr einzuschränken und sich statt dem Essen zumindest gedanklich auch einmal anderen schönen Dingen zu widmen, ertappte sich dabei, nun mehrmals täglich dem feschen Fräulein Wiesel aus der Sechzehnten nachzusinnen, die ihm am zwölften Mai gegen neunzehn Uhr dreißig im Lift zugelächelt hatte, als er mit einem Beutel frisch zubereiteter Haxen nach oben zu seiner Wohnung unterwegs gewesen war, einem ausgedehnt netten Abend entgegenfiebernd.

Seiner Frau, die das Ansinnen des Hausarztes unterstützte, würde er davon zunächst nicht berichten, beschloss er, dafür aber mehrmals täglich den Lift benutzen, um den positiven Effekt der Nahrungsumstellung durch ausreichende Bewegung zu verstärken.

Kuck!

prassel

Ich habe einen Kuchen
für dich allein gemacht!
Jetzt werd ich dich besuchen!
Hör, wie der Kuchen kracht!

Hör wie der Kuchen prasselt!
Die Tfähne fmertfen mir!
Hör wie mein Herzchen rasselt!
Und das nur wegen dir!

Ich liebe dich wie Streusel
mit Zucker obendrauf.
Erhöre mein Gesäusel
und mach den Kühlschrank auf.

Dann gibt es in zwei Flöten
den besten Elbschaumwein.
Wir tröten in die Tröten
und titschen Streusel ein.

Und das ist nur der Morgen!
Ach, wie wir glücklich sind.
Ich muss noch Bier besorgen,
der Tag ist lang, mein Kind.