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Blasegast

Mit Oma Steckwurst im Café Schmalzblick, Blasegast

krauseduo

Der blinde Herr Schrudel, wohnhaft in der bemitleidenswert sanierten Mehrfamilienresidenz “Oma Steckwurst” in Blasegast, die nicht von Familien, sondern gescheiterten Einzelexistenzen besiedelt wurde, drohte das Privileg des Unterbringens seines Krause-Duo-Fahrgerätes im vormaligen Kohlenschuppen der Liegenschaft zu verlieren. Mehrmals hatte er sich der Herrin (Steckwurst) gegenüber vermault, mit Leergut geklappert, den Teppich nicht oder in den Ruhezeiten gesaugt und Bartstoppeln aus dem Rasierer ins Waschbecken fallen lassen, aber nicht hinuntergespült, was die Steckwurst auf ihren Rundgängen ausspionierte, während die Bewohner ihre tägliche Fron in den Hüttenbetrieben, Kokereien und Steuerbüros verrichteten.

Schrudel wusste sich nicht anders zu helfen, als die wöchentliche Ausfahrt mit seiner Nachbarin Gisella Quarterbeck (fesche 27) abzusagen, dafür seine Vermieterin neben sich auf die blaue Kunstledersitzbank einzuladen und mit ihr das Café Schmalzblick aufzusuchen, wo der verhasste Oberkellner beim Anblick seiner neuen Begleiterin süffisant die gezupften Augenbrauen hochzog und feixend die Tortenkarte reichte.

“Aber Sie zahlen!” schnarrte die Steckwurst zur Klarstellung, als der Widerling endlich durch die Saloontür in der Küche verschwunden war, “und wehe, Sie geben dem Widerling auch nur einen Pfennig Trinkgeld!”

Schrudel schluckte und verspürte erstmals in seinem Leben eine gewisse Sympathie für seine Vermieterin.

Neues Gofthe-Bild aufgetaucht

Der Handtuchhalter
Gofthe: Der Handtuchhalter

Wieder einmal ist ein Bild des unsterblichen Blasegaster Malers Gofthe hilflos aufgefunden worden. Nach Angaben seines Klempners Gregor Patzschke handelt es sich um ein Werk seiner profanen “Bad-Serie”. Während die Literatur diese Serie Gofthes vor allem mit windschief plazierten Fliesen und abgerissenen Bademantelösen in Verbindung bringt, zeichnet sich das vorliegende Gemälde durch bemerkenswerte geometrische Akkuratesse aus. Es ist deshalb nicht auszuschließen, dass es sich um eine Fälschung handelt. Andererseits verweisen die Sparsamkeit bzw. Beschränktheit der Mittel sowie die beachtliche Einfallslosigkeit in der Bildkomposition deutlich auf eine Urheberschaft Gofthes.

Mehrere Praktikanten der Blasegaster Homöopathischen Fakultät wurden mit der Dechiffrierung des Gemäldes beauftragt, welches vorerst Asyl bei einem bekannten Fliesenhändler gefunden hat, da keine Galerie ihr “Oeuvre mit Gofthes Schmierereien in Verbindung” gebracht haben will.

Blasenweise


Eine der Blasen
Restlos verunsichert, denn noch kein Weiser hat gesprochen heute! Wassn looos? Sonst hats doch bisher jeden Tag gereicht, die Zukunft korrekt vorherzusagen, seit Jahrzehnten! Wassn nu? Keine Prognose? Keine Prozente? Krank? Oder diesen Monat schon genug verdient mit Wahrsagerei? Los mal jetzt! Brut Force! Gebts uns auf die Glocke, dass es klingelt!

Von Blasegast nach Lipsigorod

Gisella Quarterbeck (sonnengebleichte 23) wohnt in Blasegast im Steckwursthaus.


Kann alles tragen: Gisella

Ein erstes anregendes Körperbildnis allerdings gibt es vorerst nur in Lipsigorod zu bestaunen. Und da man sich in dieser Stadt auch als elfenbeinerne Plastik zuallererst einmal nützlich zu machen hat, wurde sie gleich zum Abstützen von Gebäudeteilen eingesetzt.

Das betreffende Gebäude war in den finsteren Zeiten übrigens von oben bis unten komplett durchgerissen gewesen (West-Ost), wobei der Ostteil erstaunlicherweise etwas höher (entwickelt) war als der Westteil. Mit viel Spachtelmasse und was man sonst so einsetzt wurde alles schön verschmiert. Jetzt können nur noch wirkliche Experten den kaschierten Niveauunterschied bemerken. Und vielleicht die Bewohner, wenn die Glasperlen unters Buffett rollen.