Kategorie-Archiv: Lipsigorod is my town

Lipsigorod is my town

Von Backfisch und Besinnlichkeit

In der Schlange vom Backfisch steht ein Herr und sabbelt und brabbelt und weint und greint, denn sein Unglück sind die Ausländer. Es ist erwiesen, immer und überall diese und jene Ausländer, sie fangen an mit Schubsen und weiter geht es mit dem Schlimmsten! Immer.

Nun folgt eine Pause, in der seine drei Zuhörer, die nicht zu Wort kommen wollen, verlegen öhm und ähm und urbs machen. Der übliche Ausfluss eben, mögen sie sich denken. Schließlich aber eine ganz neue Wendung, die Krone der Ausführungen: Hat doch der Herr  im Fernseh gesehen, dass jetzt tatsächlich diese Ausländer (Iraner) bei diesen Ausländern (Assaddamaskus) einkaufen fahren, und dass es dort schön ist und billig und überhaupt nicht einzusehen, warum denn noch diese ganzen Ausländer hier bei uns hocken, dem Herrn durch ihre bloße Anwesenheit missfallen und nicht einfach nach Hause einkaufen fahren. Mit piepsig erhobener Stimme wird die Zusammenfassung geboten: Ich glaube DENEN jetzt gar nichts mehr, denn DAS haben sie uns immer verschwiegen, die Hunde (gemeint ist wohl das Fernseh).

So ist das mit der Besinnlichkeit, wenn man ganz tief in sich hinein horcht und nichts findet außer vorgekauten Unsinn. Zufrieden latscht der Herr von dannen mit seinen frittierten Fischbuletten, und man stellt resigniert fest, dass nicht annähernd soviel Backfisch verkauft wird, wie man kotzen möchte.

Amnesie

botschaft

Seit ich mir nichts mehr merken konnte, fotografierte ich alles, was ich mir merken wollte.

Zum Beispiel Botschaften, die mittels Leuchtreklame an mich herangetragen wurden. Ich nahm die Botschaften auf, vergaß sie sofort und hatte gute Tage.

Aber als ich mir dann die Bilder ansah, stellte ich fest, dass sich auch der Fotoapparat nichts mehr merken konnte. Oder wollte.

Egal.

Der Polizeisprecher äußert sich

ruepelradler

Wieder einmal ist ein unschuldiger Lastkraftwagen durch einen aggressiven Rüpelradler massiv zu Schaden gekommen. Nicht zum ersten Mal in diesem Jahr. Da denkt man, vierzig Tonnen unterm Arsch und das Handy an der Backe, das läuft, nein, so ist es leider nicht immer. Gerade die schwächsten Verkehrsteilnehmer zeigen sich in letzter Zeit extrem rücksichtslos, brutal, rüpelig und aggressiv. Der Polizeisprecher äußert sein äußerstes Unverständnis über diese Situation:

“So geht das nicht weiter. Wir beobachten die Situation aktiv. Aber uns als Polizei sind auch die Hände gebunden, das heißt, wir können leider gar nichts machen. Deshalb appellieren wir ganz klar an die motorisierten Verkehrsteilnehmer, sich im eigenen Interesse eher defensiv zu verhalten. Auch wenn man mal keine Vorfahrt hat oder ganz plötzlich die Ampel auf Rot schaltet, lieber doch langsamer werden, vielleicht sogar stehenbleiben, also nicht auf dem Gas, sondern laut hupen, dumm gucken, mal die Handbremse versuchen, vielleicht sogar anhalten, wenn der andere Vorfahrt hat und es gar nicht anders geht. Mit diesen Rüpelradlern ist wirklich nicht zu spaßen, wie das erschreckende Foto eindrucksvoll belegt.”

Offen bliebe in diesem Zusammenhang, ob gegen Fußgänger und Radfahrer möglicherweise in Richtung der Bildung einer terroristischen Vereinigung ermittelt werden sollte, so der Polizeisprecher weiter.

“Wir sind in dieser Hinsicht alarmiert, schließlich gefährdet jeder abbremsende Lastkraftwagen die Volkswirtschaft und damit unser Staatsgebilde. Und wir dürfen auch die Abertausende Arbeitnehmer nicht vergessen, die in ihren Fahrzeugen aneinandergereiht jeden Tag einmal zum Mond und zurück anstehen, um ihre Arbeitskraft abzuliefern. Das macht uns schon Sorgen”, so der besorgte Polizeisprecher. Lediglich die hauseigene Lethargie verhindere ein schnelles Eingreifen der Exekutive, fügte er hinzu und begab sich zu einem Arbeitsessen mit dem Präsidium des örtlichen Automobilclubs.

Verhaltensregeln bei Brenzligkeit

gabelstapler

Der Gabelstapler des irren Hofarbeiters von Adolf Nitzsche, Getränkehändler in Machern (man muss nur machern), wurde in den letzten Tagen mehrmals auf den Boulevards der Metropole gesichtet, wahrscheinlich zum Zwecke der termingerechten Auslieferung von Getränken zum Fest, da die Paketzusteller nicht mehr nachkommen (die Dorfzeitung berichtete). Etwaige Passanten werden gebeten, sich mit einem beherzten Sprung in Sicherheit zu bringen, sollte das Fahrzeug sich sprunghaft, unkontrolliert oder anderweitig seltsam durch die Fußgängerzonen bewegen. Eine Absicht liegt nicht vor, technische Probleme sowie Unvermögen des Fahrers dagegen in der Regel schon. Brenzligkeit im Sinne einer Eskalation der Situation ist jedoch erst gegeben, wenn zusätzlich der liebe Herr Chef Nitzsche mit dem Hubwagen auftaucht, um das eine oder andere Rennen gegen den irren Staplerfahrer auszutragen. Dann sollten die nächsten Minuten bzw. Stunden lieber gepflegt in gesicherten Cafés bzw. Restaurants zugebracht werden (NICHT Freisitz).

Diese Information wurde in Zusammenarbeit mit dem Sicherheitsingenieur des Getränkemarktes, Herrn Burgwart Kneif, herausgegeben.

Eine Situation im Freien

denkmal-hinten

Diese für den Normalsterblichen durchaus rätselhafte, wenn nicht gar schwierige Situation wäre von Karl Gong als eingebildetem ausgebildetem Geisteswissenschaftler durchaus souverän zu meistern gewesen, hätte ihn nicht seine Vorsicht dem weiblichen Geschlecht gegenüber dazu bewogen, sowieso den ganzen Tag auf dem Sofa zu verbringen und so zu tun, als würde er für den schwarzen Gürtel am Saxophon trainieren.

Dramatik pur!

amsee1

Wenn selbst namhafte Wahlverweigerer dazu aufrufen, nun mal doch eben den beschwerlichen Weg zur Urne anzutreten, damit nicht alles noch schlimmer wird, als es bisher schon ist, dann sollte man diesem auch Folge leisten. Ausreden wie “Biergarten”, “Oktoberfest”, “Demo” oder “Sex” zählen nicht, denn das Abendland ist ECHT in Gefahr.

Das Beispielfoto zeigt zum Beweis: GOtt (Auge, dreieckig), weinend.

Na also.