Kategorie-Archiv: Welt der Technik

Welt der Technik

Tsunami der Kreativität

Die Wunderlampe (Beispielfoto)

Der Chef der Agentur hatte durchs Telefon gebrüllt, dass er jetzt endlich die Vorschläge des kleinen Herrn Schönleben („Was machen Sie eigentlich den ganzen Tag?“ — „Äh, Homeoffice?“) benötigte, den innovativen Namen des Elektrofahrzeuges betreffend, für den er unter größten Anstrengungen den Auftrag an Land gezogen hatte. Nun müsste nur noch das bisschen Arbeit gemacht werden, aber das sei ja in dieser Firma alles andere als selbstverständlich geworden. Also dallidalli, irgendeinen blöden Namen mit e drin, dran, drunter, drüber, kann ja nicht so schwer sein. Die Bindestriche oder sonstigen Verzierungen würde der Art Director, dieser Depp, dann schon noch ranbasteln. Deadline 1436, Uhrenvergleich.

Es war 1327 MESZ. Der kleine Herr Schönleben schleppte sich zur Wunderlampe, die er neben dem Bett aufgestellt hatte, knipste sie an und tippte in sein E-Mail-Programm:

Betreffend e-Gefehrt:

Edelebereschenbeerentresterbecherscherbeneselfellkehrbesenfeststellbremsenbestellzettelheftentwertergesellenwestregenpellenfetzenrestentwendeverbrecherzellendeckenweberknechtentsetzen

Beste Greeße
Scheenleeben

Dann hüpfte er frohgemut, sich seiner Heldentat vollends bewusst, aufs Tagesschlummersofa und fiel in ein tiefes Koma.

Fernsehkoffer

Pack den Fernsehkoffer ein,
heute wolln wir fröhlich sein!
Tennisplätze, Wälder, Auen,
wo wir trinken und verdauen,

überall und auch zu Haus:
Hol den Fernsehkoffer raus!
Schalt schnell ein, es tut mich jucken,
auf den kleinen Schirm zu gucken,

Fußball, Merkel, Telegramm —
lieg ich dabei auch im Schlamm:
Fernsehkoffer sind das Leben,
und es wird sie immer geben!

Was der Markt verlangt

Augenscheinlich wird hier auf ein Stelzbockauto angespielt, nach dem „der Markt“ möglicherweise „verlangt“. Höchstwahrscheinlich handelt es sich zu allem Unglück auch noch um einen sogenannten Pluginhybriden, der als Ballast verschiedene ungenutzte elektrische Aggregate spazierenfährt, bei deren Produktion die Umwelt (woanders) ruiniert wird.

Das Bild wurde von Gofthe nach Anweisungen des „Autopapstes“ hingeschmiert; er schämte sich allerdings, es zu signieren.

Das neue Dienstrad

So stelle ich mir einen Einsatz der Dienstgruppe vor!

Als ich die Dienststelle betrat, lag eine Art erwartungsvolle Stille über den Schreibtischen. Alle starrten mich an, die Mundwinkel zuckten. Aus KHKLPG Müller platzte es schließlich heraus: „Neues Dienstrad!“ röchelte er und fiel in Ohnmacht.

Das neue Dienstrad hatten sie hinter dem Kaffeeautomaten versteckt, um mich zu überraschen. KWDHFK Schultz fasste sich überwältigt an den Busen, als ich es hervorzog, sie musste sich schwer atmend setzen. Ich fummelte an den Komponenten des Gerätes herum und hatte sofort schwarze Finger. So ein Drecksrad! Außerdem verfügte es über einen Hilfsmotor aus Elektrik! Dabei war der Dienstbereich flach wie KMPGH Lehmanns Brust, bevor er regelmäßig das billige Fitnessstudio besuchte!

Enttäuscht nahm ich die besudelten Hände vom Rad, und KSKSK Schrott sprang hinzu, damit es nicht umkippte. Das hatten sie fein angestellt. In der Asservatenkammer genau das Mistfahrrad herausgesucht, auf dem ich niemals durch die Gassen eilen würde! Eingeschnappt schritt ich zu meinem Spind, löste das einbruchssichere Schloss und zog mein vier Kilogramm leichtes Rennrad von 1963 hervor, küsste das blinkende Ritzel, stürzte mich auf dem Hinterrad die Treppe der Dienststelle hinunter und fuhr eine Runde Streife, auf der ich sechzehn Fußgänger verwarnte und drei Autorückspiegel abtrat.