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Welt der Technik

Praxistipp Schieferturmfotografie

schieferturm

Ein schiefer Turm verliert leider an Wirkung, wenn man ihn aus niederen Perspektiven (Frosch, Hamster, Fotoamateur) abzulichten versucht — die aufregende Schiefigkeit verschwindet in der allgemeinen Schiefigkeit der Gesamtschau (sog. “Perspektive”). Es ist darum angezeigt, sich in etwa auf Giebelhöhe zu begeben — und zu diesem Zweck stets eine ausreichend hohe Stehleiter mit sich zu führen, einen Steiger zu beauftragen oder vorbeireisende Zirkusartisten zu befragen (denen vielleicht eine Lösung für den Höhengewinn einfällt).

Ein Schieferturm dagegen kann ohne jede Vorbereitung und ohne Bedenken fotografiert werden. Kein Mensch wird sich für dieses Motiv interessieren.

Kampfrichterfahrrad

kampfrichterrad
Drittes von links: Kampfrichterfahrrad (Beispielfoto)

Heute Nacht im Traum bot mir jemand unter der Hand ein Kampfrichterfahrrad an, für nur 62 Euro. Ich willigte sofort begeistert ein, gelten doch diese Räder als ausgesprochen formschön, filigran und trotzdem haltbar. Leider erwachte ich im Laufe der Transaktion. Sofort sah ich im Internet nach, und natürlich gibt es gar keine Kampfrichterfahrräder, nicht mal auf dem Schwarzmarkt.

Bis zum Morgengrauen lag ich wach.

Ende der Klagen

rauch

Nachdem die Autoindustrie über Jahre ungerechtfertigte, hämische, bösartige, zukunftsfeindliche, wirtschaftsschädliche, umweltgefährdende, unzutreffende, stinkende, sabbernde, neidische, zersetzende, krankheitsbegünstigende, vegane und sexistische Anfeindungen über sich ergehen lassen musste, wird es nun endlich Zeit, zur Tagesordnung überzugehen und auf der Autobahn mal bei Vollgas den Katalysator freizubrennen.

Auf der Seebrücke

Auf der Seebrücke

Karl Gong, der bekannte Philosoph und Frauenversteher, weilte (man sollte nur sehr selten “weilte” schreiben, also höchstens einmal im Jahr, aber wenn das alle machen, oder schon die Hälfte von allen, ist das auch zuviel) an der See, um die Nüstern in den Wind zu hängen. (Auch “Nüstern” sollte man sich eigentlich sparen, “Nasenlöcher” reicht aus. Gottlob kennen das Wort “Nüstern” nicht so viele Leser, obwohl sie selber welche haben.) (Nüstern sind Nasenlöcher.)

In die See hinein war einst eine Seebrücke getrieben worden, um das Ankern von Schiffen zu ermöglichen. Da jedoch direkt neben der Seebrücke schon immer ein Hafen befindlich war, bestand sowohl bei der christlichen als auch bei sonstigen religiösen oder atheistischen bzw. agnostischen Schifffahrten keinerlei Interesse, die Seebrücke zu benutzen, woraufhin diese langsam gammelte und zu riechen begann. Ein Verbotsschild wurde aufgehängt, das sich nur Angler trauten zu missachten. Kormorane und Möwen freilich kamen vom anderen Ende heran geflogen und hatten keine Kenntnis vom Verbot; es steht allerdings zu befürchten, das sie es ebenfalls bewusst ignoriert hätten; sie gaben den Planken letztlich mit Guano den Rest.

Gong, der am Landende der Seebrücke eine Frau angesprochen hatte, um sie letztlich zu verstehen, was jene als nicht unangenehm empfand, lockte sie unter falschen Versprechungen (Schiffe, Ausblick, technische Besonderheiten) auf die Seebrücke. Man sprang über morsche bzw. fehlende Planken (Anmerkung des Korrektors: Kann man über fehlende Planken springen?), landete schließlich am Kopfende der Seebrücke, und leider war dort alles noch viel schlimmer als eh schon befürchtet. Schaudernd sprangen die beiden ans rettende Ufer zurück; was sonst noch passierte (im Grunde nichts), lohnt nicht den Bericht.

Die Seebrücke dauert fort.

Hofarbeiterschicksal

terrasse

Im Getränkemarkt haben die Kunden wieder dermaßen rumgesaut, dass eine Generalreinigung nötig erscheint. Murrend, aber pflichtbewusst widmet sich der Hofarbeiter der Ausführung, seine Integrität dabei durchaus gefährdend.

Energiewende mit Kabeln

leitungen

Wie aus immer besorgten Kreisen zu vernehmen war, ist die Energiewende in Gefahr bzw. selbst eine Gefahr, denn es gibt nicht genug Leitungen. Das ist ja wohl mal Fakt, aber die sogenannten Qualitätsmedien vertuschen und verschweigen diese Tatsache. So geht die wahre Rede, die an die Redaktion herangetragen wurde.

Der Lipsigrader Chefredakteur begab sich daraufhin in die Lausitz, wo demnächst die Kohlegruben zu Windrädern umgestülpt werden sollen (Beispielfoto: Windräder!). Wie das Beweisfoto zeigt, gibt es zwar mindestens drei Kabel, um den Strom aus der Lausitz hinauszubefördern, aber ob diese für Kohle- und Windstrom zusammen ausreichen, steht in den Sternen. Beides geht nu ma ni!

Deshalb sollten nach Meinung der Redaktion die Kohlegruben sofort stillgelegt werden, um Gefahren für Leib und Leben auszuschließen (Überlastung usw.). In den Kohlegruben kann die Bevölkerung sich schließlich bei Bedarf späterhin mal mit Brennmaterial versorgen. Was hingegen soll sie mit albernen Windrädern anfangen?