Kategorie-Archiv: Welt der Technik

Welt der Technik

Zuluft

zuluft

Ich stand mit meinem Einkaufswagen
still neben der Tür,
da hörte ich sagen:
“Verschwinden Sie hier!
Sonst gips nicht genug
Zuluftfläche für Rauchabzug!”

“A wa”, sagte ich, “na sowas, dann wende
ich mich von hinnen, sonst gibt es zum Ende
Vielleicht noch eine Katastrophe.”
“Nu, wird ouh Zeit!” sagte der Doofe.

“Dann Dank für den Hinweis, Sie oller Wicht.”
Der Wicht entgegnete: “Dafür doch nicht.”
So schieden wir weitgehend einvernehmlich.
Der Zulufthüter kam dem Nächsten dämlich.

Das Papierschutzblech

schutzblech

Lange Jahre hatte mir das Papierschutzblech gute Dienste geleistet. Glücklich, zufrieden und in der Leidenschaft für Dreck vereint glitten wir durch die Landschaften. Dann jedoch fand ich den Quengelbrief von “der Wirtschaft” im Postkasten, die, mit Angabe meiner persönlichen Konsumwerte untermauert, beklagte, ich würde nicht genug “investieren”, sei somit ein Lump und Vaterlandsverräter, der die ganzen schönen Fabriken (in China?) nicht wert wäre.

“Kaufe endlich mal was, du Schurke”, las ich zwischen den Zeilen.

Leider habe ich aber schon alles, außer eben “richtige” Schutzbleche. Also werde ich wohl oder übel demnächst ins Stadion fahren, mir wie immer das Papierschutzblech auf den Kopf legen, damit die Bierduschen nicht meine Frisur in Unordnung bringen, und es dann einfach auf Platz 37 liegen lassen.

Wer schon genug andere Sachen gekauft hat und noch kein Papierschutzblech besitzt, kann es dort abholen.

Neu in unseren Museen

nitzsche-hubwagen

Die Kunsthalle Machern gibt den Ankauf eines Werkes des unsterblichen Malers der Blasegaster Schule Gofthe bekannt. Es handelt sich um die Originalzeichnung “Das Bewältigen der Todeskurve zwischen Leergutannahme und Frauenruheraum durch Adolf Nitzsche (Chef) in Machern (man muß nur machern)”, welche Herrn Adolf Nitzsche, Eigentümer des gleichnamigen Getränkemarktes, beim Durcheilen bzw. Bewältigen der Todeskurve zwischen Frauenruheraum und Leergutautomat auf seinem Hubwagen abbildet. Das Werk zeichnet sich durch die übliche Hilflosigkeit des Malers Gofthe bei der Wahl seiner Mittel (Buntstifte) sowie den ebenso hilflosen Umgang mit denselben aus und konnte deshalb ohne größere finanzielle Mittel erstanden werden. Nach Aussage aller Beteiligten sind allerdings die Umstände der Entstehung des Werkes besonders zu würdigen, da Herr Maler Gofthe dermaßen langsam zeichnete, dass die rasende Fahrt des Getränkehändlers unzählige Male absolviert werden musste, wobei Dutzende Hubwagen zu Bruch gingen, wodurch wiederum der Hofarbeiter zu gehässigen Bemerkungen verleitet wurde, die Herr Nitzsche mit körperlicher Gewalt zu unterbinden wusste, was hier aber eigentlich zu weit führt.

Praxistipp Schieferturmfotografie

schieferturm

Ein schiefer Turm verliert leider an Wirkung, wenn man ihn aus niederen Perspektiven (Frosch, Hamster, Fotoamateur) abzulichten versucht — die aufregende Schiefigkeit verschwindet in der allgemeinen Schiefigkeit der Gesamtschau (sog. “Perspektive”). Es ist darum angezeigt, sich in etwa auf Giebelhöhe zu begeben — und zu diesem Zweck stets eine ausreichend hohe Stehleiter mit sich zu führen, einen Steiger zu beauftragen oder vorbeireisende Zirkusartisten zu befragen (denen vielleicht eine Lösung für den Höhengewinn einfällt).

Ein Schieferturm dagegen kann ohne jede Vorbereitung und ohne Bedenken fotografiert werden. Kein Mensch wird sich für dieses Motiv interessieren.

Kampfrichterfahrrad

kampfrichterrad
Drittes von links: Kampfrichterfahrrad (Beispielfoto)

Heute Nacht im Traum bot mir jemand unter der Hand ein Kampfrichterfahrrad an, für nur 62 Euro. Ich willigte sofort begeistert ein, gelten doch diese Räder als ausgesprochen formschön, filigran und trotzdem haltbar. Leider erwachte ich im Laufe der Transaktion. Sofort sah ich im Internet nach, und natürlich gibt es gar keine Kampfrichterfahrräder, nicht mal auf dem Schwarzmarkt.

Bis zum Morgengrauen lag ich wach.

Ende der Klagen

rauch

Nachdem die Autoindustrie über Jahre ungerechtfertigte, hämische, bösartige, zukunftsfeindliche, wirtschaftsschädliche, umweltgefährdende, unzutreffende, stinkende, sabbernde, neidische, zersetzende, krankheitsbegünstigende, vegane und sexistische Anfeindungen über sich ergehen lassen musste, wird es nun endlich Zeit, zur Tagesordnung überzugehen und auf der Autobahn mal bei Vollgas den Katalysator freizubrennen.