Kategorie-Archiv: Welt der Technik

Welt der Technik

In eigener Sache: Der Kornbunker als Lösung

Um der gern geäußerten Vermutung, dieser Block wäre nur der Destruktivität, der Ignoranz, dem Nihi- sowie dem Fatalismus verpflichtet, einmal klar und konstruktiv entgegenzutreten, präsentieren wir an dieser Stelle aus den bekannten Gründen: den Kornbunker. Nähere Angaben entnehmen Sie bitte den technischen Ausführungen oben.

Richtigstellung des Verteidigungsministeriums

Der „Premium-Kühlergrill“ wurde hingeschmiert von Maler Gofthe.

Das Verteidigungsministerium ist Meldungen entgegengetreten, wonach die Hälfte der Jahresproduktion an deutschen Premium-SUV als Schwere Waffen in die Ukraine verbracht werden soll. Dies sei nicht richtig. Es handele sich vielmehr um die gesamte Jahresproduktion. Schließlich sei es offensichtlich und allgemein akzeptiert, dass in der aktuellen Situation auch populäre Maßnahmen getroffen werden müssten. 

Vom Elektrobasteln

Ich hatte bei einer Haushaltsauflösung mehrere Tastenblas- und Quetschinstrumente abgestaubt (im Wortsinne) und in meinen Bau verbracht. Sie klangen einzeln alle sehr unbefriedigend nach Samstagabendunterhaltung in den volkstümlichen Fernsehprogrammen. Nach gründlicher Zerlegung, Integration historischer Verstärkertechnik und Neumontage ergab sich schon einmal ein ganz anderes Bild, und die Inbetriebnahme nach dem Anschließen des elektrischen Blasebalgs gemahnte den zufällig vorbeischlendernden Pfarrer an die Trompeten von Jericho, wie er mir mit schmerzverzerrtem Gesicht zurief, woraufhin ich per Kippschalter zu den Posaunen wechselte.

Für die Megacity

Für Politessen unsichtbar: finnisches Konzeptfahrzeug (Beispielfoto)

Neulich wurde berichtet, dass die deutsche Premiumautomobilindustrie ihre Produkte verstärkt in den wichtigsten Märkten direkt designen lässt, und zwar mit Hilfe der dortigen Kraftfahrer. So hat das finnische* Designcenter eines beliebten deutschen Konzerns ein Megacity-Konzeptfahrzeug entwickeln lassen, das direkt auf den chaotischen Verkehr in den finnischen Megacities zugeschnitten ist. Folgende Anforderungen der Einheimischen wurden in der Hietsche umgesetzt: Großer Bierkühlschrank, kleiner „Bier“-Kühlschrank, Minibar, Kinolandschaft, Home Office, Sauna mit Abkühlbecken, Autopilot, Tarnkappe beim Falschparken. Das Fahrzeug verfügt über 1.000 PS bei 1.000 Nm Durchzugskraft und 1.000 km elektrischer Reichweite sowie einen Dieselmotor gegen die Mücken. Bei diesen Parametern ist die Überlegenheit der finnischen Designindustrie mit Händen zu greifen. Auf Nachfrage erklärte der beliebte Premiumhersteller, dass es noch keine Bestellmöglichkeiten gäbe und es auch unklar sei, ob „die Gurke“ überhaupt gebaut würde.

*) könnte auch das chinesische gewesen sein, ist ja sowieso egal.

Musik, wenn sie laut ist

Eine Rille macht die Runde.
Nicht mal eine halbe Stunde
ist die Nadel unterwegs.
Ich trink Wein und kaue Keks.

Schöner Schall umfliegt die Ohren.
Manchmal hört man ihn bis Kohren,
meistens aber nur bis Sahlis
(wenn die Windrichtung normal is).

Vom großen Ganzen

Vierzehn Zähne hat das Rad.
Damit macht es mächtig Staat.
Will von seiner Größe lügen.
Doch wir werden ein es fügen

ins Getriebe aller Tage:
Vierzehn-vier, und weiter plage
dich im Monat und im Jahr.
„Bitte Öl!“ – „Ja.“ – „Danke.“ – „Klar.“

Abenteuer des Sanitärfachwesens

Klempner Patzschke aus der Rhön parkt seinen mit irreführenden Angaben beschrifteten LKW („Sanitärfachgroßhandel Liebegall“) vor der aufgelassenen Industriebrache am Rande der Stadt. Nach allen Seiten witternd, stochert er in den riesigen Schutthaufen, die den Hof bedecken, dringt in muffige Flure vor, erkundet verlassene Büros, wo vertrocknete Gummibäume, durchs Fenster kriechende Moose und von ihren Besitzern vergessene, grünbewachsene Pausenbrote dabei sind, bisher unerprobte Biotope hervorzubringen. Schmunzelnd klopft er mit der Rohrzange an Sanitärinstallationen, staunend reibt er sich an Aggregaten, die offensichtlich der Produktion großer Mengen chemischer Substanzen dienten. Der Geigerzähler schlägt nur schwach aus. Endlich, im oberen Stockwerk eines ehemals modernen Bürohauses, dessen Fassade nichtsdestotrotz am schnellsten ihre Substanz eingebüßt hat, stößt er auf das Büro des Generaldirektors. Der Raum ist hell, leidlich sauber und aufgeräumt. Erstaunt pfeift Klempner Patzschke durch die Zähne. Als hätte der Kerl sich gerade erst erhoben, um einmal kurz aufs Klo zu gehen, denkt er.  Aufs Klo, wo nach der in der Klempnerinnung kursierenden Sage güldene Armaturen verbaut sind, angeschafft im Ergebnis illegaler Geschäfte mit dem Westen, die der Generaldirektor getätigt hatte und die ihn nach Meinung der Untersuchungsorgane ins Exil nach Paraguay trieben. Patzschke wühlt ein wenig in den Papieren auf dem Schreibtisch herum, lässt auch einige achtlos zu Boden fallen. Da öffnet sich in seinem Rücken eine Tür, die Toilettenspülung ist zu vernehmen, ein Hosenstall wird zugezogen. Klempner Patzschke dreht sich überrascht um und hört nur ein missmutiges „Was unterstehen Sie sich?“, während ein Spazierstock aus Ebenholz mit Elfenbeingriff auf seine Schiebermütze niedergeht. Nur dieser Mütze verdankt er es, dass er in seinem LKW vor der Kreispolizeidirektion aufwacht, und nicht im Leichenschauhaus.

Kleine Bildbeschreibung

Im letzten Bild unserer kleinen Methodenbetrachtung erblicken wir zunächst einen Verschwörungsprediger, der aus Isolationsgründen in einer Kanzel an einem Schornstein angebracht ist und versucht, die in karierte Schlafanzüge gewandeten Kollegen zu Spenden in die kollektive Prämienkasse zu bewegen, über die er aus unerfindlichen Gründen die Gewalt ausübt. Währenddessen wird ein Kollege auf dem Dach eines Rohbaus von einer roten Platte am Kopf getroffen, die SLOBIN-METHODE heißt. Hat der andere Kollege nachgeholfen, oder ist nur der Lufthaken, an dem die Platte bewegt wurde, falsch programmiert? Diese Frage wird nicht beantwortet, dafür präsentiert der Zeichner HOF mit einer bisher in seinem Schaffen nie dagewesenen Sprechblase eine völlig absurde Pointe: Womit, bitte schön, wurde denn nun gleichzeitig begonnen? Mit dem Ondulieren der Haarpracht der Werktätigen? Mit dem Herumgurken von Lufthaken, an denen wie durch Zauberhand klebende (Magnetismus?) rote Platten an die Köpfe unschuldiger Bauleute knallen? Mit der Methodensammlung verhält es sich augenscheinlich wie mit den Kinofilmen des amerikanischen Klassenfeindes: Man präsentiert ganz zum Schluss einen Felsenschaukler („Cliffhanger“), damit das Publikum nach Fortsetzungen dürstet. Das hat mich dann doch ziemlich zum Nachdenken angeregt.

Die Schwierigkeiten Echter Kupfertiefdruck-Karten

Die Schwester reicht den Tupfer.
Ich drücke auf das Kupfer,
so tief es eben geht.
Die Karte kommt zu spät,
wenn ich so weiter mähre!
Fix, Frollein, her die Schere!
Au, au, was soll das? Au!
Ach, Sie sind eine Frau.
Das dachte ich mir schon.
Wo ist das Silikon
für meine Druckerpresse?
Nischt geht hier! Meine Fresse!
Ich lass das mit der Karte
und fahre selber. Warte
um neun am alten Ort.
Ich komme! Bin schon fort.

Der Weltraumbahnhof

Weltraumbahnhof Lipsigrad (vorn), störende Gebäude (hinten)

Klaus-Jürgen, der befreundete Milliardär, sah sich aufgrund gewisser Unruhen in entfernten Diktaturen gezwungen, den Standort seines Weltraumbahnhofs zu verlegen. Natürlich konnte Lipsigrad rein kostenmäßig nicht ansatzweise mit den bisherigen, ausländischen Konditionen konkurrieren, was für Klaus-Jürgen extrem schmerzhaft ist und auch zu einigen scharfen, von ihm unter Pseudonym verfassten Polemiken in der Dorfzeitung führte („Geld für sinnlose Radwege ist da, aber Weltraumbahnhöfe werden stiefmütterlich behandelt“). Allerdings zeigte er sich verhalten erfeut über die Aussicht, demnächst quasi im Zentrum der Stadt starten und landen zu können, das lästige Drängeln in der U-Bahn zum Hotel entfällt, und auch für genügend Publikum sollte gesorgt sein. Dass die den An- und Abflug störenden Gebäude zeitnah zurückgebaut werden, stehe außer Frage, so Klaus-Jürgen bei einer Pressekonferenz im Treibstoffwerk Miltitz, die er trotz jahreszeitlich zu hoher Temperaturen in seinem schnittigen, von einem bekannten Modeschöpfer entworfenen Raumanzug bestritt.

Kleine Bildbeschreibung

In dieser vom visionären Künstler HOF gefertigten Zeichnung wird das Thema der Künstlichen Intelligenz (KI) auf subtile Weise verarbeitet. Die KI erscheint uns als attraktive Werktätige mit einem großen Herz für die sonstigen im Volkseigenen Betrieb Beschäftigten. Frisur, Wimpern und Lippen sind sorgsam, aber nicht übermäßig gepflegt, schließlich geht es immer noch und vor allem um das Erreichen der anspruchsvollen Planziele durch engagierte Arbeit. In der KI sind diverse Werkzeuge und Aggregate zu bewundern, von denen der Zeichner HOF glaubt, dass sie zum Betrieb derselben notwendig sind. Der Angst der analogen Werktätigen vor zusätzlichem Aufwand bei Pflege und Wartung wird durch die Bildidee begegnet, dass die KI sich durchaus selbst ölen kann, auch diverse Pflegebürsten stehen in ausreichender Zahl zur Verfügung. Eine gewisse Verunsicherung ergibt sich für mich allerdings aus der Tatsache, dass der Helm auf eine sogenannte Verschwörungsreligion hinzuweisen scheint, die die friedliche Koexistenz von KI und Belegschaft in Frage stellen könnte. Darüber muss ich noch einmal nachdenken.

Neue Preise

Aufgrund der weltweiten Lieferkettenstörungen, des Chipmangels und einer Laune der Geschäftsführung haben wir unsere Preise anpassen müssen, wie Sie bitte unserem obenstehenden Inserat entnehmen möchten. Wir wünschen weiterhin viel Freude mit unseren Produkten, die jetzt noch billiger sind, obwohl wir uns das gar nicht leisten können.

Post von außerhalb

Mond (Foto: Klaus-Jürgen)

Klaus-Jürgen, ein befreundeter Milliardär, schickte mir dieses Foto exklusiv zur Veröffentlichung. Er befindet sich gerade auf einer sogenannten Mond-Mission (Umrundung, Landung, Pressekonferenz, Rückflug) in seiner selbstentwickelten Mondfähre (KJürgXXXXX2). Es geht ihm gut, das Essen schmeckt, die Dusche ist auf dem Flur und die Windeln stinken. Eintritt in die Erdatmosphäre x+2300 (oder so).

Mein schönstes Weihnachtsgeschenk

Ich hatte es satt, von den Lachmöwen verspottet zu werden, während ich mich mit dem Kajak abmühte, auf dem Weg zur Verschwiegenen Bucht bzw. zur Schwatzhaften Getränkeoase voranzukommen. Das penetrante Seegeflügel umschwirrte mich, lauerte wohl auch auf Fischabfälle, verklappte hin und wieder nach Achtern seine Verdauungsprodukte, und ich hatte mangels technischer Ausrüstung und Kondition keine Chance, dem Treiben zu entkommen. Da traf es sich gut, dass neuerdings Weihnachten vor der Tür stand und ich einen Wunsch offen hatte. Die Familie legte zusammen, Onkel Schorsch half bei der Montage, und schon morgen früh geht es auf den See. Selbst für Eisgang wurde vorgesorgt, der Bug ist befestigt mit einer Panzerstahlschnittkante, die Galionsfigur streckt den Busen in Fahrtrichtung, und die Sirene spielt bei Bedarf La Paloma.