Kategorie-Archiv: Durch Fauna und Flora

Durch Fauna und Flora

Finale Bärchensichtung

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Der für die fotografische Begleitung der Bärchensichtungen in den Bärchenerwartungsgebieten (wir berichteten) gedungene Fotograf ist seit gestern verschollen, berichtet die Untere Bärchenerfassungsbehörde. Das oben abgebildete Lichtbild ist das letzte mit seiner hochwertigen (aber nun kaputten, weil auf den Boden geprallten und mit Bissspuren versehenen) Kamera gefertigte. Nach Einschätzung von Experten zeigt es ein gesichtetes Bärchen von hinten inmitten Herbstlaubs. Es ist nicht auszuschließen, dass das Bärchen sich durch die Aufnahme gestört fühlte und sich dem Fotografen in welcher Absicht auch immer zuwandte.

Für die Bevölkerung hat diese Situation keine Auswirkungen, solange die Fenster geschlossen bleiben und Nutztiere so schnell wie möglich selbst verzehrt werden.

Dichter und Kater

woelkchen

Ich lieg mehr schlecht als recht
im Garten. Stell mich lesend.
Das Wölkchen von dem Brecht
ist immer noch anwesend.
Es war wohl niemals fort.
Es hängt an seinem Ort
so ungeheuer oben
und dreht, wenn Stürme toben,
ganz sacht nach Süden weg.
Nun wieder hier am Fleck.

So wollte es der Dichter Brecht.
Im Vorderkopf klopft arg der Specht.

Troll-Protokoll

abgang

Weitere Unschärfen ergaben sich im Laufe des Abends, wobei die Katze einen doppelt indizierten Spitzschatten produzierte und sich trollte. Apropos: Der Roller im Schuppen ist ein Wiesel oder ein Berlin, aber kein Troll.

Gezeichnet
Unterschrift
Ort, Datum

Hilfreiche Belehrungen

gaense

Gänse auf dem Stoppelacker:
Kann ich durch sie schreiten wacker,
oder sollte ich stattdessen
Abstand halten, nicht vergessen,
was mich einst die Kindheit lehrte,
als ein Schnabel harsch verheerte
meine Wade? — Das tat weh!
Ich bin feige und ich geh
um die Vögel einen Bogen.
Schließlich bin ich gut erzogen.

Falls du also Gänse triffst
abends auf dem Boulevard:
Achte, dass du sie umschiffst,
denn gefährlich ist die Schar.

Mehr Johannisbeer-Wächtertiere!

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“Würde es, um den Faden wieder aufzunehmen”,  sprach der Biologe zu Karl Gong, “in diesem Land mehr Johannisbeer-Wächtertiere geben, wäre allen geholfen.”

“Welcher Faden?” fragte Karl Gong, der in seinem großen Gehirn gerade gänzlich andere Probleme bearbeitete.

“Johannisbeer-Wächtertiere sind sehr hübsch”, führte der Biologe weiter aus, “und sie bewachen die Johannisbeeren.”

“Was denn für Johannisbeeren?” fragte Karl Gong, sich mit äußerster Kraftanstrengung auf dieses abwegige Thema konzentrierend. “Zur Zeit sind überhaupt keine Johannisbeeren existent, außer in Konserven, Marmeladen oder Tiefkühlkombinationen.”

“Genau das ist das Problem in diesem Land!” sprach der Biologe blöd auftrumpfend, wie alle, die gern blöd auftrumpfen.

Karl Gong stöhnte geräuschvoll, überlegte eine Replik, unterließ es aber, diese zu äußern, und begab sich wieder in seine Problemwelten, die ihn mehr interessierten als irgendwelche übriggebliebenen Urzeitpferdchen, die wie aufgezogen im Kreis auf Eimerrändern herumrannten.

Vielleicht ein Fehler.