Kategorie-Archiv: Durch Fauna und Flora

Durch Fauna und Flora

Zum Kindertag

Wenn man trödelt nur ein bisschen,
sind die Kinder groß.
Lagen grad noch auf der Wiese,
saßen auf dem Schoß.

Knospen steckten in den Bäumen:
Kind wog nichts im Arm.
Stößt dich lachend übern Haufen,
seit es draußen warm.

Durch die trocknen Sommerblätter
zieht ein lauer Wind.
Wirf dich in die kalten Fluten.
Bleib dir selbst das Kind.

Bange Frage

batzen

Werden all die alten
Felsensteine halten,
bis ich wiederkehre
aus der Quarantäre,

ach Quatsch, Quarantäne?
Oder sind die Zähne
meiner Felsmassive
bald schon morsche, schiefe

Ausfallkandidaten?
Wann kann ich auf Graten
wieder balancieren
und auf allen Vieren

kriechend jammern peinlich?
Nicht vor Herbst, wahrscheinlich.

Das schlampig-perpetuierende Sonett

leer

Denke stets auch an die kleinen
Gäste, die Dir anvertraut.
Horch, das Streiten um die feinen
Reste, rasend schrill und laut.

Ist das Futter aufgefressen,
stürzt die ganze Kompanie
über Hecken, Mauern, Essen,
würzt die Gartenkolonie

mit Guano, Kostbarkeit.
Du hast fünf Minuten Zeit,
die Spirale aufzufüllen.

Schnell! Sie sind schon nicht mehr weit,
in der Luft tobt wilder Streit
um die Plätze. Pfeifen. Brüllen.

So geht es nicht weiter

insekten

Wegen der viral influencten Einschränkung der Reisetätigkeit hat der Problembär als Inhaber eines sowieso nicht florierenden Hotelfachbetriebs die Politik aufgefordert, unverzüglich für Kompensation (zum Beispiel Honig oder Honigprodukte) zu sorgen, ansonsten werde man (er) den Aufstand proben und (zutreffendes hier eintragen).

Das schlampige Ziegensonett

ziege

Schau mir in die Augen, Kleiner,
bis dir schummrig ist.
Dann reich mir ein Gräslein, Meiner,
denn der Zaun ist Mist:

Hält mich fern von fetten Halmen,
fern von grünem Klee.
Sperrt mich ab von bunten Almen
und Holundertee.

Ach, wie würd ich gern genießen,
in die Meißner Tasse gießen
heißen Hollersud, geschäumt,

wo die Wiesenblumen sprießen,
Mädchen Purzelbäume schießen!
Wecker klingelt. Schön geträumt.

Abendwerk

Abendwald
Pelzige Gestalten (wahrscheinlich Waschbären)

Ich lief durch den abendlich beschienenen Auenwald. Pelzige Gestalten begleiteten mich. Wahrscheinlich Waschbären. In der Ferne knallte ein Jäger. Windräder warfen gesundheitsgefährdende Schatten. Die Kreissägen des Dorfes, vor denen ich geflohen war, zirpten hier nur noch, kaum vernehmbar. Ich riss ein paar Bäume aus, klemmte sie unter den Arm und baute im Jauchegraben eine Biberburg, um das Ansiedeln von Industrien zu verhindern. Als die Fledermäuse durch die Dunkelheit knatterten, saß ich längst in der Badewanne und hatte aus Versehen das Nachrichtenmagazin hineinfallen lassen.

Bison von Wolf gerissen!

Bison
Gerissenes Bison (Echt Foto)

Dieses Bison wurde erneut vom Wolf gerissen! Die Bisons in Deutschland sterben aus. Warum? Vom Reißen der Wölfe. Vieles deutet darauf hin.

Sie lungern hinter jedem Baum, an jeder Ecke herum. Die Wölfe. Nicht mehr die Bisons. Lange Zähne, tropfender Speichel. Wie viele sollen noch ins Land gelassen werden?

Unser Reporter fragte das Bison, wie es zu dem Angriff kam. Herr Schnitzler (Reporter, Name geändert) war sehr gespannt, erhielt aber keine Antwort. Wahrscheinlich Schock bzw. PTBS! Es (Bison) sitzt völlig teilnahmslos da (Bild). Geschockt und gestört. Wie traurig es aussieht mit seinen großen Kinderaugen!

Der Wolf kam in der Nacht, sah das Bison und wollte es reißen. Soviel ist klar! Warum zog er sein schmutziges Werk nicht bis zum bösen Ende durch? Das blutrünstige Monster? Das wäre ein Schlag ins Gesicht aller Wolfsfreunde und Gutmenschen gewesen. Sollen die sich mal ansehen, das: Eine Sauerei wie im Schlachthof!

Alle sagen, es war der Wolf. Nur die Wolfsleugner (sogenannte „Biologen“) leugnen. Was klar auf der Hand liegt.

Wie lange sollen wir die wölfischen Bestien noch dulden? Die Regierung (Sozis) tut wie immer nichts. Morgen sind es vielleicht unsere Bisons, die gerissen werden. Wie dieses hier. Jetzt schläft es ein, trotz der Gefahr! Es ist zu müde. Wie lange noch?

(Ein Beitrag von Lipsicrap, der Schundredaktion von Lipsigrad.)

Das schlampige Spatzensonett

meisenknoedel

Raspel, raspel, Spatzenschnabel,
ohne Messer oder Gabel
im sozialen Fraßgewimmel.
Danach schnaufend in den Himmel!

Mühsam strebt man auf zum Äther,
kämpft um jeden Zentimeter
und verhindert abzustürzen
nur mit lauter kleinen Fürzen.

Kurven, Loopings, Formation,
wem gebührt der Kunstflugthron?
Immer jagen, niemals trödeln!

Schmirpend rast das Bataillon
zur finalen Annektion
von des Nachbarn Meisenknödeln.​