Schlagwort-Archiv: Problembär

Problembär

Vision, Tatkraft, Hoffnung

aggregat

Heute wird ein Bier gebraut,
das mich auf die Bretter haut.
Vollmundig, im Abgang zart,
Hopfennoten krass am Start,
Malz geröstet und geklopft,
dass mir schon der Speichel tropft,
wenn ich nur dran denke.
Ist es fertig, schenke
ich es freudig aus.
Freunde, kommt ins Haus,
Alubecher hochgehoben,
Laut sollt ihr den Brauer loben!
Singen soll der Meistersänger,
knallen soll der Steinbruchsprenger,
flattern soll die Maurerhose,
saufen soll der Vollmatrose!
Prosit auf dem Kanapee:
La paloma und oweh!

Die unbekannte Platte im Abendnebel

plattenspieler

Wieder einmal hatte der Problembär aufgrund übermäßigen Alkoholkonsums den Entschluss gefasst, eine Schallplatte abzuspielen, mit voller Lautstärke, versteht sich! Zum Glück lag bereits eine auf dem Plattenteller, die dünnen, ungeschickten Ärmchen des Problembären mussten nur noch die Stromzufuhr herstellen, den Deckel des Gerätes anheben (aua, schwer!), den Tonarm in eine Position am äußeren Rand der Platte (man will ja nichts verpassen!) schieben und schließlich den Hebel zum Absenken des Tonabnehmers betätigen.

Diese letzte notwendige Aktion erwies sich jedoch in Anbetracht des fortgeschritten fröhlichen Zustandes des Problembären als undurchführbar, der “lustige Geselle” (Dorfzeitung) geriet vollumfänglich auf die drehende Platte, rotierte prustend, immer wieder den Tonarm mit seinem Leib wegschleudernd, einige Male um seine Achse, bevor er, der Fliehkraft gehorchend, nach Absolvieren einer interessanten Flugbahn in der benachbarten Sammlung schottischer Briefbeschwerer aus dem zwanzigsten Jahrhundert landete, die ihn wirkungsvoll abbremsten, ohne seine Integrität maßgeblich zu beeinträchtigen.

Obwohl es nun nicht zum geplanten Abspielen des unbekannten Tonträgers gekommen war, befriedigte dieses Erlebnis den Drang des Problembären nach Abenteuern vollauf, so dass er sich nach einem kurzen Berappeln schnaufend ins Güldene Bettchen begab.

Der Plattenspieler indes drehte sich weiter ungerührt, bis am nächsten Morgen ein Mitbewohner des Problembären den Tonarm arretierte, die Stromversorgung ordnungsgemäß unterbrach und den Deckel absenkte, nicht ohne ob der unbekannten Schallplatte ein wenig die Nase zu rümpfen.

Der Antrag

tulpen

Lass mich deine Hand ergreifen
und dich frech zum Altar schleifen.
Niemals sollst du mich vermüssen.
Ständig musst du mich nur küssen,
bis mein Mund zuschanden ießt.
Wehe, wenn du mich verdrießt!
Nimm zum Schwure diese Tulpen
und vergiss die andern Nulpen.
Deinen Finger schmück ein Ring
wie auch meinen Arm. Bling-bling.

Lied des Mechatronikers

reparatur

Nie darf ich das Rad benutzen!
Trotzdem muss ichs ega putzen,
Kette ölen, reparieren
und die Kugellager schmieren!

Kann mir bitte einer reichen
rasch die Säge für die Speichen,
und im Werkzeugkasten greifen
nach dem Messer für die Reifen?

Danke. Fertig. Noch ein Bier?
Gute Fahrt! Ich bleibe hier.

Sinnbild

mahlzeit

Zwiebel, Knoblauch, Brot und Wein –
so soll unser Leben sein.
Nur die scharfen Klingen stören
das Befinden. Doch gehören
zu der guten Zeit, der wahren,
auch die lauernden Gefahren,
schlitzen dir, tust du nicht gucken,
deinen Pelz beim Rotweinschlucken.
Paare also den Genuss
stets mit Wachheit. Prost und Schluss.

Übärfahrt

uebaerfahrt

Nach England geht es heute!
Problembär wittert Beute.
Das Pfund ist abgeschmiert.
Die Gläser sind poliert.
Sechs Bier und man wird heiter.
Die Freundschaft lebe weiter
von Inselvolk und Kraut!
Acht Bier und man wird laut.
Zehn Bier, man will ins Bett.
Bis morgen. Heut wars nett.

Belohnung

champagner

Als der Hofarbeiter im Adolf-Nitzsche-Getränkekonzern vom Statistischen Bundesamt darüber informiert wurde, dass er zur oberen Mittelschicht gezählt werde, setzte er sich erst einmal mit einem Glas Schampus aufs Kanapee, bevor er nach draußen gehen und aus dem Hubwagen des Chefs die Luft rauslassen würde.

Endlich!

strahl

Sonnenstrahlen kitzeln.
In der Küche schnitzeln
Messer an Salaten.
Die Buletten braten,
leise zirpt das Frieren
von den Kühlschrankbieren.
Noch ein kurzer Schnauf,
endlich springt er auf
und die Treppe runter.
Kaffee! Dann erst munter.
„Geht die Party lous?“
„Nu.“ Die Freude: Grouß.

Klar und wahr

vodka

Wenn es einen Anlass gibt:
Hoch die Tassen! Tassen hoch!
Wenn es keinen Anlass gibt:
Höher geht es immer noch!
Denn die Wahrheit, Freunde, Prawda,
ist: Das Lehm ist kurz.
Darauf noch ein neues Glas, klar,
und auch einen frohen
Schniefer, dass bis jetzt eigentlich alles so ziemlich gutgegangen ist,
hätt ma jar nich jedacht, wa.