Alle Artikel von Herr Nu

Wellness

wellness

Karl Gong wollte Wellness machen,
fröhlich in der Wanne liegen,
nackich, also ohne Sachen,
und davon Gesundheit kriegen.

Aber es ist nicht gelungen,
diesen Plan auch auszuführen,
jede sprach in fremden Zungen.
Ihm blieb nur, davon zu schnüren,

wie der Fuchs vorm Maschenzaun.
Drinnen gurrten all die Fraun.

Zuluft

zuluft

Ich stand mit meinem Einkaufswagen
still neben der Tür,
da hörte ich sagen:
“Verschwinden Sie hier!
Sonst gips nicht genug
Zuluftfläche für Rauchabzug!”

“A wa”, sagte ich, “na sowas, dann wende
ich mich von hinnen, sonst gibt es zum Ende
Vielleicht noch eine Katastrophe.”
“Nu, wird ouh Zeit!” sagte der Doofe.

“Dann Dank für den Hinweis, Sie oller Wicht.”
Der Wicht entgegnete: “Dafür doch nicht.”
So schieden wir weitgehend einvernehmlich.
Der Zulufthüter kam dem Nächsten dämlich.

Wanderung durch die Mark Brandenburg

friseur

Als Karl Gong durch die dunklen Grundmoränen und Urstromtäler der Lausitz wanderte, um die weihnachtlich verzehrte Ente abzubauen, gelangte er nach Stunden in ein recht niedliches Walddorf, doch statt die einzigartige Anlage gebührend zu würdigen (Sackgassen-Rundling mit abstrebenden Schluchten), dachte er nur, vom Rotwein leicht benebelt: “Gleich im nächsten Jahr muss ich mal wieder zum Friseur hin.”

Destination Schweinebauch

schweinebauch

Hieronymus B. Schnock , Inhaber des Fleisch-, Wurst- und Fleischwurstvertriebs Schnock und Sohn Koselinzien/Mittelsachsen (Name und Adresse geändert), hatte vier Söhne, von denen sich allerdings keiner darum riss, der “Sohn” im Firmennamen zu sein. Die Preise für Schweinebauch, den Hauptumsatzbringer des Unternehmens, standen seit Jahren unter Druck, und das Image der Schweinebauchbranche hatte unter diversen Skandalen gelitten (Knorpel im Essen, Vernachlässigung veganer Kundenkreise). Der erste Sohn war Bäcker geworden, der zweite im Westen, der dritte Beamte und der vierte im Internet. Nur die einzige Tochter zeigte ehrliches Interesse am Geschäft, liebte den Kontakt zu den Gastwirten, den Hoteliers und den wenigen Privatkunden, die extra über Land mit ihren Anhängern anreisten, um den soliden Schnockschen Schweinebauch für den Tag der NVA, für Weihnachten und die Zeit dazwischen anzuschaffen. Bezahlt wurde bar, und ein Küsschen der Juniorchefin gab es obendrein. Trotzdem weigerte sich Schnock, konservativ wie er war, die “Tochter” in den Firmennamen aufzunehmen.

Wie es weiterging, könnte man in einem Fortsetzungsroman (Destination Schweinebauch) erfahren.