Kategorie-Archiv: Durch Fauna und Flora

Durch Fauna und Flora

Möwe total

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Möwenwoche endet hier.
Lieblich gockt das Federtier.
Nutzlos latscht es auf der Mole,
dass der Fischer endlich hole
ein die Netze. Dann umflattern
mit nervös gepresstem Schnattern
Alle Emmsen Fischers Haupt.
Der lacht am Messer.
Na, wer’s glaubt.

Für angehende Autoren von Horrorgeschichten

spinnennetz

Vielleicht will ja jemand Autor von Horrorgeschichten werden. Hier mal ein Tip: Irgendwie URST große Spinnen erfinden, in deren Netze sich Möwen verfangen. Also nicht bloß die üblichen Vögel, auf die es die Vogelspinnen abgesehen haben, das ist ja sozusagen dem breiteren Publikum bekannt, dieses Phänomen, dito langweilig. Aber Möwen stelle ich mir echt viel ekliger vor, uah, in so einem Netz gefangen, das ist echt gruselig. Das muss dann natürlich ausgewalzt bzw. breitgetreten werden, dass auch möglichst viele Menschen irgendwie Schaden nehmen, muss ja nicht gleich tot, kann ja auch mit Augen aushacken oder schleichender Irrsinn oder so, es gibt da Möglichkeiten.

Gern mal ausprobieren als angehender Autor, mir ist das zuviel Arbeit. Außerdem zu gruselig.

Die neuen Möwenklos

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Die neuen Möwenklos im Seebad erfreuen sich großer Beliebtheit. Trotzdem wird eine angemeldete Demonstration am Mittwoch (warum am Mittwoch?) darauf hinzuweisen versuchen, dass es sich bei der Installation der Anlagen wahrscheinlich um gewissenlose Geldverschwendung durch die Altparteien oder wen auch immer handelt (Recherche im Internet läuft der Sache auf Grund). Außerdem soll die Frage gestellt werden, ob nur ansässige Möwen die Klos nutzen dürfen, oder ob dem Missbrauch durch zugeflogene Exemplare der Riegel geöffnet ist. Dies wäre in den Augen einer größeren Anzahl der Seebadler und ihrer Gäste durchaus problematisch, wie anzunehmen ist, aber vielleicht immer noch besser, als wenn der Möwenschiss in denselben landet.

Bärchensichtung

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Beispielfoto: Bärchensichtung

Nachdem bei der Eingewöhnung des Menschen in den Wolfsgebieten zum Teil erhebliche mentale Probleme zu verzeichnen waren (Unwillen, Ängstlichkeit, Futterneid), plant man das Procedere im Fall des europäischen Braunbärchens etwas geräuschloser vonstatten gehen zu lassen. So sollen zum Beispiel bei der medialen Verarbeitung von Bärchensichtungen keine verwackelten Schwarzweißaufnahmen gefletschter Zähne präsentiert werden, man greift lieber auf sorgfältig komponierte Photographien mit hohem Sympathiepotential zurück.

Fatalistisches Fragment 2

buschtuer

Nummer zehn ist eingewachsen.
Büsche stören den Begang.
In der Flucht der Stadtsichtachsen
hören wir der Glocken Klang:

Eins zwei drei — es ist dreivörtel.
Lang nicht roch es hier nach Mörtel.

Ach nu ja und ach nu nee.
Brüh mir einen Brennseltee
in dem Häusel Nummer acht.
Sonne sinkt. Bald wird es Nacht.

Schwanensee

schwanenseee

Karl Gong, Freund der elegischen Fotografie, bereiste den schönen Ort und bemerkte zu spät, dass er nur die kleine Digischnappe eingepackt hatte, nicht das fette Spiegelreflexschwein, das ihm längst zu schwer auf die vom vielen Bierglasanheben lädierte Schulter drückte. Ein Motiv! Nach Jahren der Durststrecke elegischer Nichtansichten endlich mal wieder ein Motiv!  Und keine richtige Kamera dabei!

Trotzdem drückte er ab. Mit der Digischnappe.

Und durfte sich danach einen geschlagenen Monat von seinen Fotoclubfreunden im Vereinsheim und im Internet beschimpfen lassen.