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Atomfabrik

Die Lieblingsatomfabrik


Achja.
Das ist sie übrigens, meine Lieblingsatomfabrik. Die mit den Katzenkopfstrommasten. Man kann extra Schiffsreisen buchen, um an der Anlage vorbeizufahren, und wenn man sich sattgesehen hat, geht man ins Datifri und sackt ein paar Flaschen Whisky zum Vorzugspreis ein. Man kann aber auch auf der beheizten Terrasse des Schiffes herumlungern und Maulaffen feilhalten.

Niedlichkeitsgründe


Mancher Verantwortliche hängt der irrigen Meinung an, dass die Menschen etwas gegen Atomfabriken haben (haben sie nicht, alles bestens) und greift, da er ja als Verantwortlicher (muhaha) nicht von der Atomfabrik lassen kann, zu Maßnahmen, um dieser ein halbwegs oder ganzwegs nettes Image zu verpassen. In Frangreisch zum Beispiel haben die Verantwortlichen Atomfabrikstrommasten in Katzenkopfform erfunden, denn: Katzen sind NIEDLICH. Ziemlich clever, die da.

Atomfabrik-Stahlturm

Gern erinnere ich mich an den Stahlturm meiner Atomfabrik.


Ziemlich hoch, fast zum Angsthaben!

An aussichtsreichen Tagen erklomm ich den Stahlturm mit mehreren Atomen und warf einen Blick in die Runde (360°).

Ich kuckte auch nach unten, um niemanden zu verletzen, denn, jetzt kommts, ich warf die Atome mit aller Macht hinab auf den harten Betonboden, um sie zu spalten. Ich war der Spalter! Ich musste mich durchaus auf die Zehenspitzen stellen, sonst wäre das nicht hoch genug gewesen zum Spalten! Aber auf den Zehenspitzen ging es.

Unten auf dem Betonboden lag immer ein Elektrokabel mit zwei abisolierten Enden herum, ich glaube blau und schwarz, kann mich aber auch irren. Die beiden Enden nahmen die ganzen bzw. kaputten schönen Elektronen auf, und dann wurde auch schon der Atomstrom ins Netz gepumpt, dass es eine Freude war! Überall rundum platzten die Glühbirnen, und beim Betrachten dieses Vorgangs war es eindeutig ein Vorteil, sich auf dem Stahlturm zu befinden.

Nochmal zurück zur Atomfabrik


Nochmal zurück zur Atomfabrik: Schließlich wird alles knapper, was man verfeuern kann. Sagen sie. Also könnte man ja die Atomfabrik, in der die unglückselige Atomschraube einen gewissen Schaden angerichtet hat (Pförtner kaputt usw., wir berichteten), wieder reaktivieren. Also Duschen einbauen, schweres Wasser sammeln, Stäbchen reinhängen, fertig der Lack. Alle freuen sich, das Benzin wird billiger, und durch einen neuen Außenanstrich nach dem ersten Einspeisescheck können wir auch wieder Schönstes Dorf werden.

Das Ende des Atompförtners


Um nochmal auf die Atomschraube zurückzukommen: Als Unternehmer hat man ja eine Verantwortung. Wenn also bei einer Atomexplosion das Pförtnerhäuschen beschädigt wird in der Art, dass auch der Pförtner nicht ungeschoren bleibt, dann fragt man sich als Unternehmer natürlich, ob man in seinem Leben alle Weichen richtig gestellt hat oder nicht lieber weniger riskante Unternehmungen gestartet hätte (Erdöl, Erdbeeren, Schallplattenversand), bei denen sich die Kollateralschäden in Grenzen halten. Aber wäre der technische Fortschritt so weit fortgeschritten, wenn die Unternehmer nie mit beschichteten Pfannen ins Weltall geflogen wären, um mit einem erfundenen Raumschiff zurückzukehren? Wir müssen alles abwiegen und dabei nach vorn blicken, dem Kunden in die Augen, dann können wir auch noch den Daumen auf die Waagschale drücken!