Auf dem Weg in Engels’ Ausbeutervilla

karete

Ich musste dem Mechatroniker vertrauen, dass er mir “die geilste Fahrmaschine ever” auf den Hof gestellt hatte, denn ich kannte mich mit dialektisch-historischem Materialismus besser aus als mit Sperrdifferentialen und 29-Zoll-Reifen. Immerhin handelte es sich um ein Cabriolet, für das ich mir allerdings beim Schneider ein Maßverdeck würde anfertigen lassen müssen, aber “es regnet hierzulande sowieso nie mehr”.

Ich gab ihm zehn Prozent Trinkgeld, hielt die Hand auf, “was für einen Schlüssel? einen Schlüssel braucht das Ding nicht”, setzte mich auf den Sportsitz, neben dem in einem ledernen Getränkehalter eine Dose gekühltes Kraftbier wartete — das immerhin! — ich fasste endlich wieder Vertrauen ins Handwerk!

Ich rollte los, die Beschleunigung zog mir die Haut über den Wangen straff, und ich fühlte mich wie der Underdog Marx auf dem Weg in Engels’ Ausbeutervilla.