Agenten gendern

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Die Agentur, prinzipiell dem Weltfrieden verpflichtet, bemühte sich auf allen sekundären Gebieten um größtmögliche Korrektheit, um das Image der fies und hinterhältig spionierenden, bisweilen körperliche Gewalt anwendenden, sich selbst kompromittierende Dokumente vernichtenden und dann von nichts gewusst haben wollenden Anstalt abzuschütteln. So wurde per Rundschreiben festgelegt, dass ab sofort alle Agenten zu gendern seien, auch wenn Agentinnen spärlich bzw. im konkreten Fall gar nicht existent waren.

Dem Anstaltsleiter war das Innen-Gendern zwar ein Herzensbedürfnis, aber auch zu doof, als er vor der versammelten Truppe finster dreinblickender Herren mit Narben und fehlenden Gliedmaßen bzw. Skrupeln stand, um die Wochenlage zu erörtern, nicht eine schmucke Pistolenbraut wärmte seine zusammengekniffenen Augen (Berufskrankheit), und also hob er zur Begrüßung an mit “Liebe Agierende!”

Tosender Beifall.