Kategorie-Archiv: Geerdet & kurzgeschlossen

Geerdet & kurzgeschlossen

Endlich!

strahl

Sonnenstrahlen kitzeln.
In der Küche schnitzeln
Messer an Salaten.
Die Buletten braten,
leise zirpt das Frieren
von den Kühlschrankbieren.
Noch ein kurzer Schnauf,
endlich springt er auf
und die Treppe runter.
Kaffee! Dann erst munter.
„Geht die Party lous?“
„Nu.“ Die Freude: Grouß.

Hochkultur-Arrangement

sitzreihe

Tapfer angetreten, Hochkultur zu konsumieren, sitzt Karl Gong auf dem Gestühl und senkt den Blick, denn er fühlt sich ein wenig unpassend am Ort, der Bekleidung wegen, auch wenn das vielleicht nur eingebildet ist, herrje, wie die Treter mittlerweile aussehen im siebten Jahr!

Aber bald findet er sich ab, denn er entdeckt die Schönheit des Ortes, die dezenten Farben, einfachen Formen und klaren Linien, alles gehorcht den Regeln des Perspektivischen, und die Perspektive nach der Hochkultur ist sowieso: zwei Helle auf der Terrasse und dann ins Nest.

Die Musiker stimmen.

Von den Befürchtungen

regendach

Karl Gong in seiner Eigenschaft als jemand, der Zusammenhänge herzustellen in der Lage ist, hatte das freundlich-saharische Wetter der letzten Wochen zwar in den Biergärten der Stadt stoisch dankbar hingenommen, war aber auch besorgt wegen der zu erwartenden Ernteausfälle der umgebenden Bauernschaft, deren Klage auch verlässlich alsbald die Gazetten füllte. Mit furchtsamem Blick linste er täglich in die Bäckereigeschäfte, ob denn auch noch genug Brot in den Regalen sich befände, und nach 18 Uhr tätigte er manch panischen Hamsterkauf, weil dort nur noch das eigentlich eklige Körnergelumpe vor sich hin trocknete; wie wird es morgen sein, greinte Gong innerlich, es kommt schon zur Knappheit, und er füllte die Kühltruhe mit Backwaren.

Aber eines Tages plötzlich, er hatte die Ohren voll mit Schlagermusik von der Stadtfestbühne vor seinen Augen und hörte also den Knall nicht, den ein über die Katen sich verstreuender Blitz erzeugte, ergoss sich ein zweistündiger Schwall Platzregens auf den überraschten und eben noch besorgten Bürger Gong, weichte ihn ein bis auf die Malimo-Unterwäsche und beruhigte schließlich mit simpler Logik den vormals dystopisch Gesinnten: Alles wird gut, das Wasser gelangt an die Stauden und Gräser, getränkt werden die dürstenden Bewohner der Flur, Brote werden gebacken werden.

Amen.

Von Träumen und Vorhaben

rippchen

Karl Gong kam morgens nicht so ganz flüssig aus dem Bett, er hatte einen seltsamen Traum genossen, dessen Bilder ihn noch verfolgten, als er das Handtuch über den Heizkörper im Keller legte (der einzige, der noch warm wurde), und er beschloss, abends mal wieder zum Akkordeonklub zu marschieren. Aber vorher würde er einen Teller Rippchen essen und sich dabei sein neues Saurierbuch ansehen.

Klar und wahr

vodka

Wenn es einen Anlass gibt:
Hoch die Tassen! Tassen hoch!
Wenn es keinen Anlass gibt:
Höher geht es immer noch!
Denn die Wahrheit, Freunde, Prawda,
ist: Das Lehm ist kurz.
Darauf noch ein neues Glas, klar,
und auch einen frohen
Schniefer, dass bis jetzt eigentlich alles so ziemlich gutgegangen ist,
hätt ma jar nich jedacht, wa.