Kategorie-Archiv: Geerdet & kurzgeschlossen

Geerdet & kurzgeschlossen

Unverständige Betrachtungen über das verdienstvolle Wirken der Sonne

dunkel

“Feierabend”, spricht die Sonne.
Ihre Stimme bebt vor Glück.
Denn nach ein paar faulen Stunden
Darf sie schon ins Bett zurück.

“Ach, November, welche Wonne!
Stark verkürzte Arbeitszeit.
Endlich kann auch ich gesunden.
Junistress erfreulich weit.

Leider waren die Erfolche
Als ich sommers haltlos lachte
Hierzulande überschaubar.
Echt kein Job, der Freude machte.

Schau nur all die üblen Strolche,
Missgelaunt, von Hass getrieben,
So, dass es beinah egal war,
Ob ich wär im Bett geblieben.”

Also sprach sie, dunkel raunend.
Ich vernahm es, milde staunend.
Gut, dass sie nicht anders kann!
Die Physik zwingt sie auf Bahn,

Die sich zwar bedenklich neigt,
Bald jedoch erquicklich steigt.
“So ein Quatsch, die Sonne steht!”
Sagt Karl Gong. “Und Erde dreht.”

Na, dann schmeiß ich das Gedicht
Eben weg.

Vielleicht auch nicht.

Wider das dramatische Gelaber

himmel2

Ach, Dramatik, wie du nervst,
Und mein Unbehagen schärfst.
Lass den Wolkenflusenzauber!
Zeig dich um das Haupt rum sauber,
Klar und ohne Gammelschleier.
Immer dieses Rumgeeier!
Das Gezeter, Blöken, Quaken!
Schieß die, die nur immer fraken
Und nicht selber denken wollen
Mit dem schlimmsten Donnergrollen
Dessen du dich fähig zeigst
Ins Nirvana. Göttchen feixt.

Kleine Großlager-Moritat

willyweise

Zuckerwaren-Großvertrieb!
Willy Weise hat dich lieb!
Noch nen Keks? Der geht aufs Haus.
Bald falln dir die Zähne aus.
Und du jammerst au-au-ao!
Willy Weise reicht Kakao:
Alles, sagt er, nicht so schlimm.
Nochn Schoki? Bitte, nimm,
Denn mein Lager ist so groß
Wie des bösen Schicksals Schoß.

Was ein Bild! Laut musst du lachen!
Und im Maul die Fähne krachen.

Nachtrag: Die Mauer

mauer

Von unserem lieben Leser erreichte uns gestern dieses schöne Mauerbild. Leider, lieber Leser, ist der dreizehnte ja schon eine Weile her. Interessiert auch, ehrlich gesagt, überhaupt keine Sau mehr, wir hier in der Redaktion wissen das sehr, sehr sicher, weder am dreizehnten noch sonst irgendwann, vielleicht irgendwo in irgendwelchen Mexicos oder Koreas oder in Pieschen, sollen se doch, nicht wahr? Hier aber, in diesem Medium: Out. Am dreizehnten ein Special, okay, warum nicht. Im Archiv müssen wenigstens einmal im Jahr die Spinnen aufgeschreckt werden.

Aber, lieber Leser, dieses Ihr Bild zeichnet sich auch nicht gerade durch Aktualität aus, oder? Beim Ausmisten runtergefallen, und dann können Sie es ja mal der Zeitung schicken und Druck machen, von wegen Abo-Kündigung, wenn es nicht gezeigt wird? Was, Leser?

Klar, schon verstanden. Hier isses.

Sie bleiben dran?

Vom Aufbaustudium

moebel

Im Rahmen seines geisteswissenschaftlichen Aufbaustudiums, das Karl Gong im fortgeschrittenen Alter begann, um einerseits seine beginnende Demenz zurückzudrängen und andererseits an verbilligte Fahrscheine und Museumstickets zu gelangen, verfasste er ein Traktat über den “Einfluss unsachgemäß gelagerter Partymöbel auf die Stimmung von Gästen verschiedener Veranstaltungen (nicht nur Partys)”.

Das Ergebnis in Kürze zusammengefasst: Ein solcher Einfluss ist nur dann nachweisbar, wenn die Gäste vor, während oder nach der Veranstaltung über die unsachgemäße Lagerung der Partymöbel informiert werden (“Frechheit!”, “Unerhört!”, “Schgehglei!”), aber in der Regel verzichten die Veranstalter auf eine solche Information (“Wäre ja noch schöner!”).

Das Aufbaustudium dauert an.